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Mit der Raupe verlädt der Bauhof den zusammengeschobenen Schnee. Foto: Weber

Abtransport der Schneemassen hat begonnen

Weiße Pracht kommt grau vor die Altstadt

ROTHENBURG – Es war ein besonderer Tag für die Altstadt mitten im Bilderbuchwinter. Mit großem Einsatz von Mensch und Maschinen hat der Städtische Bauhof damit begonnen, die teils zu Haufen aufgeschütteten Schneemassen aus den Gassen abzutransportieren und auf dem Parkplatz vor dem Spitaltor zu deponieren.

Nachdem seit dem Wochenende keine zusätzliche weiße Pracht hinzukam, war es dem städtischen Winterdienst vorher gelungen, die nicht einfache Situation auf den Fahrbahnen der Altstadt einigermaßen in den Griff zu bekommen. Das heißt, es gilt nun nicht mehr der (offiziell nicht erklärte, aber tatsächlich bestehende) Ausnahmezustand für die teils tief verschneiten Gassen.

In der Rödergasse und in der Rosengasse rückte der Bauhof mit großen Lastern, mit schwerem Räumfahrzeug und auch mit etlichen Mann an, um den zu hohen Rangen aufgetürmten Schnee zu verladen und vor die Altstadt zu bringen. „Schritt für Schritt kommen wir voran. Aber bei den vorhandenen Schneemassen wird es schon eine gewisse Zeit dauern, bis wir das gesamte Gebiet innerhalb der Stadtmauern durchhaben“, betont Stadtbaumeister Hans Mühleck und bittet alle Autofahrer und auch die Fußgänger um Verständnis für die damit verbundenen Behinderungen.

Kaum war mit dem Arbeitseinsatz begonnen worden, musste er unterbrochen werden. Der aufgebotene große Laster wurde an anderer Stelle gebraucht, um ein steckengebliebenes Bauhoffahrzeug wieder flott zu machen. Am kleineren Laster gab es Probleme wegen auslaufenden Öls.

Mit großem Einsatz haben die Bauhofleute unter Manfred Paziner versucht, am Nachmittag die verlorene Zeit wettzumachen. In der Rosengasse war gegen 15 Uhr einer der Schwerpunkte der Räumaktion. Dort wurde per Schaufel mit dem kleinen Schneepflug und mit der großen Raupe der Schnee aufgehäuft, beziehungsweise zu sammengeschoben, um dann in der riesigen Schaufel der Raupe auf die Ladefläche eines Bauhof-Transportfahrzeugs gehoben zu werden.
Von der Altstadt ging es zum Abkippen hinaus auf den Spitaltorparkplatz, wo sich auf einer Deponiefläche im nordöstlichen Bereich unweit der Schrebergärten inzwischen schon ein ansehnlicher Haufen schmutziggrauen Schnees türmt.
Die Rödergasse, die Galgengasse, die Herrngasse, die Klingengasse, die Hafengasse und viele andere Bereiche standen bzw. stehen zur Erledigung an bei der laufenden Räumaktion. Dann sind die größeren Parkplätze in der Altstadt wie der Schrannenplatz und der Kapellenplatz an der Reihe.

Bis gestern konnte das Winterdienstteam des Bauhofs Vollzug an sämtlichen Bushaltestellen vermelden. Das heißt, dort war der Schnee wenigstens so weit weggeräumt, dass die Fahrzeuge dort halten und die Mitfahrer ohne Sprung über Schneerangen ein- und aussteigen konnten.

Sorgen macht den Verantwortlichen des Stadtbauamtes und des Bauhofs derzeit so manche Stolperstelle im Gehsteigbereich. Dort sind Platten durch in Fugen eingedrungenes Wasser aufgefroren. Bei den derzeitigen Minusgraden ist es unmöglich, Reparaturen mit Einsatz von Mörtel vorzunehmen. Die Platten werden deshalb notdürftig mit Sand unterlegt, was natürlich nur eine Übergangslösung ist und oft nicht lange hält.

In jedem Schneewinter dasselbe: Kaum ist die weiße Pracht in entsprechender Ausprägung vorhanden, schon sorgt sie für Aufregung. Es hagelt Kritik am Winterdienst in den Gassen von Rothenburg. Stadtbaumeister Hans Mühleck kann die Autofahrer und Fußgänger angesichts der besonderen Lage und Gegebenheiten nur um Verständnis bitten.

„Wir kommen hier einfach an unsere Grenzen,“ räumt er im Gespräch mit unserer Redaktion ein, als wir ihn auf die recht problematische Zeit in diesen und vor allem in den zurückliegenden Tagen besonders in der Rothenburger Altstadt ansprechen.

In den engen und teils zugeparkten Gassen kommen die Räumtrupps des städtischen Bauhofs nicht durch wie sie möchten und müssten. Folge: Fahrbahnen müssen teilweise ungeräumt bleiben. Speziell Steigungsstrecken wie die Obere Schmiedgasse oder die Judengasse werden zur Herausforderung für Autofahrer. Nur mit Schwung, guter Winterbereifung und einigem fahrerischen Können sind sie zu meistern.

Wohin mit dem ganzen Schnee? Das wird immer dann recht schnell zur zentralen Frage, wenn Frau Holle ihre Betten in relativ kurzer Zeit fleißig schüttelt. Nicht selten haben Anlieger den Gehbereich vor ihrem Haus gerade vom Schnee geräumt, kommt der städtische Schneepflug und wirft ihnen wieder alles vor die Tür. „Das tut uns leid, lässt sich leider nicht verhindern, denn wir haben große Probleme überhaupt durchzukommen,“ betont Stadtbaumeister Hans Mühleck.

ww, 14.01.2010


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