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Diesen Dekontaminationslaster von MAN, Baujahr 1979, erhält die Rothenburger Feuerwehr für ihren Fuhrpark.

Fuhrpark mit zwei Fahrzeugen des Bundes erweitert – Stadtrat stimmte zu

Schenkung für die Feuerwehr

ROTHENBURG – Mit der Schenkung von zwei Einsatzfahrzeugen an die Städtische Freiwillige Feuerwehr durch den Bund hat sich der Stadtrat einverstanden erklärt. Der Fuhrpark wird damit sinnvoll verstärkt, worüber sich die Feuerwehr freut.

Manche Schenkung kann ja auch unliebsame Folgekosten haben. Hier ist das aber nicht der Fall. Es geht um Fahrzeuge im Rahmen des Katastrophenschutzes. Im Rahmen der Neukonzeption durch den Bund werden bislang bundeseigene Fahrzeuge den Trägerorganisationen überlassen.

Mit der Schenkung sind aber alle Folgekosten mit zu übernehmen. Unabhängig davon stellt der Bund neuerdings grundsätzlich keine Bundesmittel mehr für den Unterhalt zur Verfügung. Nimmt man die Schenkung nicht an, werden die Fahrzeuge einfach stillgelegt.

Bisher kaum bewegt

Konkret handelt es sich um ein ABC-Erkundungsfahrzeug in Form eines VW-Busses Baujahr 1981. Ferner ein Dekontaminationsfahrzeug in Form eines MAN-Lastwagens, der mit dem Baujahr 1979 schon dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Dazu muss man aber wissen, dass solche Autos kaum bewegt werden. Von nur dreimal jährlich spricht Feuerwehrkommandant Jürgen Holstein.

Er hält beide Fahrzeuge auch nicht zuletzt wegen ihrer technischen Aus­rüs­tung für sehr hilfreich als Bestandteil der Feuerwehr. Eine betriebswirtschaftliche sinnvolle Nutzung sei über mehrere Jahre gewährleistet, zumal sich die Fahrzeuge technisch in mängelfreiem Zustand befinden. Ihre Laufleistung war äußerst gering.

Aufgabengebiet erweitert

Früher war der Katastrophenschutz ganz anders organisiert, lange Zeit hat es eigene Katastrophenschutzzüge und sogar sogenannte Selbstschutz-Einheiten gegeben. In den siebziger Jahren waren Themen wie Bunkerbau und Schutzmaßnahmen bei feindlichen Atombombenabwürfen aktuell. Mit großem Mittelaufwand wurden Fahrzeugparks und Geräte vorgehalten, die fast nie zum Einsatz kamen. Heute konzentriert man sich auf die auch im Alltag bewährten Organisationen.

Längst hat sich der Aufgabenbereich der Feuerwehren gewaltig erweitert. Das betrifft neben der Unfallhilfe den Einsatz in größeren Katastrophenfällen, wozu auch atomare, chemische und biologische Mittel gehören können, die bei Unglücken, terroristischen Anschlägen oder Kriegsszenarien ein Thema sind. Das Technische Hilfswerk hat ferner als Bundeseinrichtung seine Bedeutung und wird oft international z. B. bei Erdbeben eingesetzt.

Das Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF) ist ein von 1974 bis 1980 vom BUND beschafftes Feuerwehrfahrzeug des deutschen Katastrophenschutzes, das primär für den Einsatz im Verteidigungsfall bei Verwendung von ABC-Kampfmitteln und sekundär für den Einsatz bei Gefahrstoffunfällen, Unfällen mit radioaktiven Stoffen u.ä. konzipiert ist.

Seine Beladung ist auf die Dekontamination sowohl von Menschen als auch von Werkzeugen und Geräten ausgelegt. Es gilt als zentraler Bestandteil des Gefahrstoffzuges bzw. ABC-Zuges. Auf dem Fahrzeug befindet sich nur wenig feuerwehrtechnische Beladung zur Brandbekämpfung.

Außer mit der umfangreichen Werkzeugausstattung des DMF kann mit der eingebauten 5-Tonnen- beziehungsweise 10-Tonnen Trommelwinde technische Hilfeleistung durchgeführt werden. Die Beladung wird im Wesentlichen zum Aufbau eines Dekontaminationsplatzes für Personen oder Geräte verwendet.
Sie besteht aus zwei Umkleidezelten und einem Duschzelt, zwei 1500-Liter-Wasserfaltbehältern, einem Stromerzeuger, einem Durchlauferhitzer, Wannen zum Auffangen kontaminierten Wassers und zwei Tragkraftspritzen. Während der Fahrt kann der Stromerzeuger und Wasserdurchlauferhitzer in Betrieb genommen werden.

Für technische Hilfeleistung

So kann bereits auf der Anfahrt zum Einsatzort das Wasser im Edelstahltank aufgeheizt werden. Außerdem befinden sich eine Einrichtung zum Versprühen von Wasser und ein am Heck angebrachter Chlorkalk-Streuer zur Reinigung und Entgiftung von Flächen an Bord. Insgesamt wurden 229 Exemplare von 1974 bis 1980 bestellt und an Feuerwehren im gesamten Bundesgebiet ausgeliefert.

In der Feuerwehr Rothenburg wird dieses Fahrzeug für die Fahrerausbildung und als Ergänzung für die schwere technische Hilfeleistung (Seilwinde 5 bzw. 10t) verwendet. „Seine umfangreiche Zusatzausstattung (z.B. Stromerzeuger) ist eine wichtige und hilfreiche Ergänzung der technischen Ausstattung der Feuerwehr Rothenburg“, betont Kommandant Jürgen Holstein.
Das Fahrzeug mit seiner Dekontaminationsfunktion gilt als wichtiger Bestandteil des Gefahrgutzuges des Landkreises Ansbach. diba/-ww-

diba/ww, 20.01.2010


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