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Wegen der zurückliegenden Bauarbeiten ist der Torbogen am Eingang zum Spital abgebrochen. Foto: Weber

Der Bauausschuss hat dem veränderten Wiederaufbau einstimmig zugestimmt

Bogen mit höherer Durchfahrt

ROTHENBURG – Einstimmig hat sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung dafür ausgesprochen, den eigens für die Bauarbeiten abgebrochenen Torbogen am Eingang zum Spitalareal mit einem 30 Zentimeter höheren Durchlass wiederzuerrichten. Landesamt für Denkmalpflege und auch Stadtheimatpfleger Eduard Knoll melden in entschiedenen Stellung­nahmen deutlich ihre Bedenken gegen ein solches Vorgehen an.

Stadtbaumeister Hans Mühleck warb bei der Sitzung für die Haltung der Stadt, in diesem Fall eine lediglich in der Höhe der Durchfahrt veränderte Rekonstruktion des dortigen Eingangs- und Einfahrtsbogens durchzuziehen. Die Abwandlung habe schließlich ganz wichtige praktische Gründe, denn Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr bliebe der Weg versperrt, wenn das Bauwerk in seinen ursprünglichen Abmessungen wiedererrichtet würde.

Im Laufe der Zeit werde sich doch an diesem und jenem Bauwerk immer wieder etwas ändern, betonte Stadtrat Thomas Schmid (Unabhängige Rothenburger) und sah vor dem speziellen Hintergrund in diesem Fall keinen Anlass, den denkmalpflegerischen Belangen alles andere unterzuordnen. Hier seien doch wohl die Bedürfnisse des Menschen „absolut vorrangig“, gab ihm sein Kollege Dr. Günter Strobl (SPD) recht. Außerdem müsse man zur Kenntnis nehmen, dass es den ursprünglichen Torbogen, der wegen der Bauarbeiten am Spitalgebäude und am Bürgerheim-Komplex abgebaut wurde, nicht mehr gebe: „Es sind doch nur noch die Steine vorhanden.“

Nur bedingt stimmte Karl-Heinz Schneider (Freie Rothenburger Vereinigung) seinen beiden Vorrednern in denkmalpflegerischer Hinsicht zu. Schließlich sei der Torbogen mindestens in den letzten 200 Jahren unverändert in seinen Abmessungen und Proportionen gewesen und habe schon von daher Rang. Im Bereich über dem Durchlass verlaufe zudem ein Gesims, das sich im anschließenden Spitalgebäude fortsetze und dort über die gesamte Stirnseite laufe. Es müssten schon gewichtige Gründe vorliegen, um ein solches Baudenkmal zu verändern. Die Feuersicherheit im gesamten dahinter liegenden Bereich sei aber zweifellos ein solcher Punkt. Vor diesem Hintergrund gebe es keine Alternative zum Vorschlag des Stadtbaumeisters.

Oberbürgermeister Walter Hartl erinnerte daran, dass neben Reichsstadthalle und Bürgerheim in diesem Zusammenhang auch noch an die Jugendherberge (Schlafsäle und Gruppenräume im alten Spitalbereich) und die Stöberleinsbühne gedacht werden müsse. In puncto Gesimsverlauf gab er Schneider recht. Allerdings werde sich in 30 Jahren kaum einer mehr am entstehenden Absatz stoßen, weil dann der ursprüngliche Zusammenhang fehle. Für die Stadt gebe es zum veränderten Wiederaufbau keine Alternative: „Wir können uns das anders gar nicht erlauben.“

Fluchttreppe auf Fluchttreppe

Für zwei weitere denkmalgeschützte Objekte in der Altstadt gab es grünes Licht, um dort Anbauten bzw. Nutzungsänderungen vornehmen zu lassen. Betroffen sind zum einen die Fluchttreppe an der Rückfassade des Bio-Hotels „Bären“ und zum anderen ein kleines Haus in der Judengasse, das saniert und zum Ferienhaus gemacht werden soll.

Wie berichtet, waren bisher verschiedene vorgeschlagene Ausführungsvarianten der „Bären“-Feuertreppe aus gestalterischen Gründen abgelehnt worden. Jetzt legte der Planer als Alternative zwei Fluchttreppen-Lösungen vor, ein Provisorium bis 2013 und eine sich daran anschließende endgültigen Zuschnitts.

Die Übergangslösung ist in einen bestehenden Anbau integriert und weist ein hüttenartiges Element auf, was sicher gestalterisch einen Akzent setzen dürfte.
Bei der endgültigen Variante bleibt der Abgang offen und ist – mit einer wesentlich breiteren Treppe – durch die eine Ecke des bestehenden Anbaus geführt. Die nun vorgelegten Lösungen seien Verbesserungen im Vergleich zu den früheren und zeigten, dass man im Ausschuss nur hartnäckig bleiben müsse, um etwas zu erreichen, gab Stadtrat Thomas Schmid zu verstehen.

Das Haus in der Judengasse sei stark sanierungsbedürftig und man müsse froh sein, dass es überhaupt erhalten werden könne, hieß es von Seiten der Verwaltung. Für eine dauerhafte Wohnung sei es kaum geeignet, betonte Oberbürgermeister Walter Hartl und verteidigte, dass bei dem Ferienhaus-Projekt Wohnraum umgenutzt wird.

Einstimmig hakte der Bauausschuss anfangs unter Leitung von Bürgermeister Kurt Förster (SPD) und später unter der Leitung von Oberbürgermeister Walter Hartl fast alle Punkte der Sitzung ab. Zweimal ging es um das Thema Spielhalle, wobei im Fall Ansbacher Straße 15 b (ehemalige „Traumfabrik“) eine Erweiterung um 25 Quadratmeter auf 103 Quadratmeter zu entscheiden war, während im Fall der Umnutzung eines Autohauses in der Dieselstraße der Bauauantrag zurückgestellt und die Verwaltung beauftragt wurde, sich Gedanken über einen künftigen Bebauungsplan zu machen.

Keine Gegenstimmen gab es zum Neubau eines Milchviehstalles in Leuzenbronn, zur Bauvoranfrage für den Neubau eines Entwicklungszentrums in der Erlbacher Straße. Dr. Günter Strobl stimmte wegen der Befreiung vom Bebauungsplan gegen zwei künftige Mehrfamilienwohnhäuser mit Sauna und Hallenbad im neuen Abschnitt der Heckenackersiedlung. -ww-

ww, 21.01.2010


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