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OB Hartl mit Peter Panes bei der Haller Veranstaltung im Gespräch. diba-foto

Institutsleiter Peter Panes verabschiedet – Leiterin begrüßt

Goethe-Institut weiter an Stadt interessiert

ROTHENBURG/HALL – Ohne den persönlichen Einsatz von Peter Panes gäbe es längst keine Verbindung mehr des Goethe-Institutes nach Rothenburg. Jetzt wurde der beliebte Haller Institutsleiter feierlich verabschiedet und seine Nachfolgerin Dr. Barbara Malchow-Tayebi in ihr Amt eingeführt. Das Interesse für weitere Kurse in Rothenburg bleibt bestehen, die Planung ist im Gange – aber jetzt muss die Stadt erst sehen, ob sie geeignete neue Räume findet.

Mit dem weiteren Montessori-Schulbetrieb ist die strenge Auflage der Regierung verbunden, dass eine Nutzung für Goethe-Studenten nur während der Ferien möglich ist. Aber auch das ist sicher nicht die Ideallösung. Der Vorsitzende des Montessori-Fördervereins Stephan Pehl und Vorstandsmitglied Monika Weinreich bestätigen, dass die Regierung von Mittelfranken die komplette Nutzung aller Räume verlangt und höchstens in den Schulferien zulässt, dass Goethe-Kurse stattfinden. „Wir freuen uns über das Miteinander und wollen natürlich das Goethe-Institut nicht behindern, aber die Regierung verlangt das so“, wird betont. Die ehemalige Goethe-Rezeption und die Räume werden für den Schulbetrieb zwingend gebraucht und in diesem Jahr kommt noch dazu, dass voraussichtlich die Umbaumaßnahmen im Sommer laufen. In drei Jahren sollen dann noch die Räume der früheren Mediathek in der Herrngasse dazukommen. Im Moment aber ist noch nicht einmal der Mietvertrag mit der Stadt unterzeichnet, da sei jetzt die Verwaltung am Zuge, betont Pehl. Ohne Mietvertrag könnten verständlicherweise auch die Zahlungen noch nicht erfolgen, die bereits im Stadt­rat angemahnt wurden.

Sehr positive Aussagen hört man von der neuen Haller Institutsleiterin Dr. Barbara Malchow-Tayebi und von der Verwaltungsleiterin Krista Lackhoff, die nahezu von Rothenburg schwärmt und meint: „Wir sind daran interessiert dort Kurse durchzuführen, denn Rothenburg ist ein sehr attraktiver Standort“. Es ist sicher Verdienst von Peter Panes, das er nach dem Abzug des Ins­titutes wenigstens noch eine Teilbelegung durchsetzen konnte und die Stadt Rothenburg hat großes Interesse daran nach dem Verlust des Goethe-Institutes noch einen Fuß in der Türe zu haben und den Kontakt zu halten.

Wie die Verwaltungsleiterin sagt, hat sie bereits zwei Deutschlehrerkurse im August mit je zwei Wochen sowie erneut die Kurse für Chinesen von Mai bis September mit jeweils zirka zwanzig Leuten im Programm. Da diese Kurse auch noch in Kooperation mit der Fachhochschule Ansbach und einer chinesischen Universität laufen, ist es umso interessanter für Rothenburg. Hier aber hat man nun ein Raumproblem, das dringend gelöst werden müsste.

Oberbürgermeister Walter Hartl sagte uns auf Anfrage, dass er sich sehr über das weitere Interesse des Goethe-Institutes freue und die Stadt natürlich alles tun werden, um kurzfristig die Raumfrage zu lösen: „Wir arbeiten daran und haben auch schon Ideen, müssen das aber noch prüfen“. Dazu sei jetzt eine Absprache mit dem Haller Institut wegen der genauen Anforderungen notwendig.

Bei der Panes-Verabschiedung in Schwäbisch Hall nutzte Oberbürgermeister Hartl auch die Gelegenheit, die neue Leiterin zu begrüßen und traf außerdem mit seinem Amtskollegen Oberbürgermeister Pelgrim sowie mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Fried­rich Bullinger zusammen. In der mit fast 300 Besuchern voll besetzten Hospitalkirche hob die Regionalleiterin der Goethe-Institute in Deutschland, Angela Kaya, das Geschick des Institutsleiters hervor, sich immer die richtigen Partner für seine Projekte zu suchen, dabei habe er „ein Gespür für Entwicklungen“. Der Verbund von Auslands- und Inlandsinstituten sei ihm immer wichtig und davon profitiere die Arbeit. Er sei stets Initator, der Motor und zugleich der Koordinator gewesen.

Während Peter Panes in Thessaloniki in Griechenland eine neue Wirkungsstätte am Goethe-Institut findet, an der er schon früher gearbeitet hat, kehrt mit Dr. Barbara Malchow-Tayebi auch eine neue Leiterin zurück in ein Haus, das sie bereits kennt. Die hohe Wertschätzung für die Arbeit in den letzten sechs Jahren wurde in weiteren Reden deutlich. Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, der auch den Landrat und Abgeordnete begrüßte, bezeichnete den Standort Hall als „weltoffen, überschaubar, aber nicht verschlafen“ und sang das hohe Lied auf die Vorzüge der Provinz.

Peter Panes blickte auf die Haller Zeit zurück und meinte, man behalte beim Goethe-Institut immer „die Pers­pektive des Reisenden“ bei, denn der Standortwechsel sei bei Goethe üblich. Andere hätten ihn vor seinem Antritt gefragt, ob er denn wirklich „in die Provinz“ müsse, er aber könne sagen „Es hat sich gelohnt!“Schwäbisch Hall habe er als eine offene Stadt kennengelernt, in der „in einem fast anachronistischen Sinn das Gemeinwesen erhalten geblieben ist“. Verbund und Netz seien wichtig für ihn gewesen, auch mit den Vertretern von Kultur, Wirtschaft und Bildung.

Das „Haller Netz“ der Zusammenarbeit sei etwas Besonderes. Als beispielhaft gelten die Türkei-Projekte, bei denen das Goethe-Institut für türkische Landräte Kurse angeboten hat, die jetzt sogar auf europäischer Ebene laufen. Peter Panes und seine Frau wollen auch künftig Hall und Rothenburg immer wieder mal besuchen und den Kontakt halten.

Für die Tauberstadt wäre es sicher wichtig wenigstens zeitweilige Außenstelle des Goethe-Institutes zu bleiben, denn das Haller ist das einzige und damit aber auch sehr starke Kleinstadtins­titut, dessen Vorzüge man zunehmend wieder entdeckt – da könnte vielleicht der Bedarf mal wieder wachsen. Rothenburg sei für das Institut auch ein Werbefaktor, heißt es.

diba, 04.02.2010


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