Stadionteilausbau wurde bei fünf Gegenstimmen beschlossen
Der Kunstrasen kommt ROTHENBURG – Unter großem Beifall der anwesenden TSV-Fußballer hat der Stadtrat am Donnerstag einen Kunstrasen als Teil des generellen Stadionausbaues beschlossen. Die im Haushalt vorgesehenen hohen Mittel wurden kritisch hinterfragt. Der Oberbürgermeister sah sich veranlasst darauf hinzuweisen, dass in der Ratssitzung Beifallsbekundungen nicht erlaubt sind, der Stadtrat aber fühlte sich (bei einer Gegenstimme) in seiner Entscheidung bestärkt. Im Haushaltsansatz standen für dieses Jahr 430000 und für nächstes Jahr 540000 Euro, wobei letzterer Beitrag jetzt auf 2013 verschoben wird. Stadtrat und TSV-Vorsitzender Dieter Kölle (der Verein zählt rund 3000 Mitglieder) wies auf die Zuschüsse und die Beteiligung von 50000 Euro allein dieses Jahr durch den TSV hin. Netto blieben für die Stadt von rund 250000 Euro noch rund 185000 Euro für die Stadt übrig.
Es gehe um fünfhundert aktive Fußballer und die überfällige Erneuerung des Stadions sei auch „ein Signal an die Jugend“. SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Berger meinte, die Ausgaben könne man den Bürgern nicht erklären für einen Kunstrasen. Wörtlich: „Wir könnens uns nicht leisten!“ UR-Fraktionsvorsitzender Schönborn berichtet, es gäbe in anderen TSV-Abteilungen Unmut über soviel Förderung der Fußballer, denn andere müssten „um jede Matte kämpfen“. Jeder Euro müsse als Darlehen aufgenommen werden.
SPD-Stadtrat Benz dagegen erinnerte, dass es der Stadtrat war, der vor dem Jahr 2000 eine sehr weit gediehene Vereinslösung aus TSV und ASV für ein neues Stadion verhindert habe. Außerdem wolle man dort ein Stadion behalten und habe längst beschlossen von keinem neuen „Filetstück“ zu reden. Und auch Stadträtin Hümmer sagte für die Grünen, man unterstütze den Ausbau, denn der Platz sei in „einem hundsmiserablen Zustand, der schon peinlich ist für Besucher“.
Und Stadtrat Seiferlein steuerte bei, dass man vor Jahren mal am Flugplatz ein neues Sportgelände anlegen wollte, wobei man „von allen guten Geistern verlassen“ gewesen sei. Gekürzt um die 20000 Euro Planungskosten, die man nicht zwingend braucht, ging das Vorhaben bei fünf Gegenstimmen durch. diba, 08.02.2010 |