Zur Startseite FRÄNKISCHER ANZEIGER
Suchen & Finden
Suche starten
Nachrichten 03.09.2010, 10:41 Uhr

Minimarkt
Kleinanzeigenmarkt für Rothenburg und Umgebung

Gestrichelt
Veranstaltungen
< September 2010 >
MoDiMiDoFrSaSo

 

 

www.rothenburg.de
Bild der Woche
Rothenburg-Wetter
ROTABENE Medienhaus
Aus der Rubrik Aus der Stadt
 
Viele gute Wünsche zur Eröffnung des Freiwilligenzentrums „ProPolis“

Das Ehrenamt in neuem Licht

ROTHENBURG – „Unsere Gesellschaft wäre ärmer ohne das Ehrenamt“, sagte Oberbürgermeister Walter Hartl in seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung der Rothenburger „ProPolis – Werkstatt für gemeinsames soziales Engagement und Projektentwicklung“. Die Anlaufstelle Hegereiterhaus war gestern erstmals geöffnet. Die Stärkung ehrenamtlicher Arbeit und deren umfassende Begleitung sind neben eigenen sozialen Projekten die Zielsetzung.

In der Praxis handelt es sich um ein sogenanntes Freiwilligenzentrum, das mit erheblichen Mitteln vom Staat gefördert wird. In den ersten zwei Jahren stehen 75000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen 20000 Euro von der Projektschmiede, die als Träger fungiert, und 10000 Euro von der Stadt. Bürgermeisterin Ruth Dorner aus Neumarkt erläuterte bei der Eröffnung der neuen Einrichtung wie ein solches Zentrum in ihrer Stadt schon seit fünf Jahren gut funktioniert.

Der Leiter der Projektschmiede und Initiator Steffen Schroth begrüßte die vielen Gäste am Sonntag im Hegereiterhaus, wo die Plätze gar nicht reichten und erläuterte den Namen ProPolis als „für die Bürgerschaft“. Sein Dank galt besonders den mit zum Dreier-Team gehörenden Dr. Ekkhart Blum und Bärbel Andresen für die gute Zusammenarbeit. Die Stadt biete bereits ein breitgefächertes ehrenamtliches Engagement, doch dieses könne noch sinnvoll unterstützt werden, wobei alle an einem Strang ziehen müssten.

Da sich in das Freiwilligenzentrum kompetente Leute einbrächten, könne man durchaus auch von einem Kompetenzzentrum sprechen. Als eigenes Projekt denkt Schroth an einen „Energieweg“, eine Art Trimm-Dich-Pfad und zugleich meditativ geeignet, wie er sagte. Die Zusammenarbeit mit dem Quartiermanagement im Rahmen der Sozialen Stadt sei sehr wichtig, zusammen mit dem anwesenden Planer Friedrich Meyer sei das Handlungskonzept erstellt worden.

Dass ehrenamtliche Arbeit Unterstützung verdient hat, machte Oberbürgermeister Walter Hartl deutlich, auch sollten die Angebote besser vernetzt werden. Und das neue Zentrum könne für mehr gesellschaftliche Anerkennung des Ehrenamtes sorgen. Er hoffe, dass künftig das Hegereiterhaus-Büro als Anlaufstelle gut besucht werde und ProPolis eine gute Zukunft hat.
Dr. Ekkhart Blum freute sich, dass es gelungen ist, gemeinsam mit der Wegwarte und der Stadt als Kooperationspartner ProPolis zu realisieren. Er sei überzeugt, dass ein solches Freiwilligenzentrum dringend notwendig ist, um für die ehrenamtlichen Organisationen und Vereine sowie für die vielen Helfer im Sozialen Ansprechpartner zu sein. Blum: „ProPolis möchte für sie alle eine Werkstatt sein, in welcher miteinander und füreinander soziale Projekte entwickelt und umgesetzt werden, Bürger fachkompetent über soziales Engagement beraten und gegebenenfalls vermittelt werden.“

Ausdrücklich betont Dr. Blum, dass ProPolis keinen Verein ersetzen will, sondern sich als Mittelpunkt eines Netzwerkes sieht, über das sich „die sozialen Strukturen in der Gesellschaft verbessern und weiter entwickeln lassen“. Soziale Verantwortung dürfe nicht nur vom Staat gefordert werden, sondern es gelte persönlich Verantwortung zu übernehmen.

Der Bedarf an sozialen Dienstleistungen werde künftig erheblich steigen, ist Dr. Blum sicher. In seiner Tätigkeit als Hausarzt sei er oft mit den Defiziten der leistungsorientierten Gesellschaft konfrontiert worden, habe aber auch viel Miteinander erlebt, so durch die Caritas oder Diakonie, die Wegwarte, aber auch viele andere Organisationen und Selbsthilfegruppen.

Bärbel Andresen erläuterte das Vorhaben des „Freiwilligen Sozialen Schuljahrs“ (wir berichteten). In der Regel gehe es um zwei Stunden ehrenamtliche Arbeit wöchentlich. Bei den Schulen habe man Interesse geweckt, auch Schüler wollen sich bereits einbringen. Dies stärke die Eigenverantwortung und lasse das Ehrenamt auch als gegenseitiges Geben und Nehmen erfahren. Das Zusammenwirken sei mit einem Uhrwerk vergleichbar, bei dem jedes kleine Rädchen zähle.

Bürgermeisterin Ruth Dorner aus Neumarkt gab mit ihrem Sachvortrag einen Einblick in die fünfjährige Arbeit des Bürgerhauses und Freiwilligenzentrums ihrer Stadt. Dort sei die Einrichtung ein voller Erfolg. Ehrenamtliche Tätigkeit brauche oft professionelle Begleitung. Viele gut ausgebildete Leute seien entsprechend tätig, wobei sich über 250 Freiwillige im Laufe der Zeit gemeldet hätten, die in über 400 Einsatzstellen tätig sind. Das reiche vom Schüler bis zum Rentner. Für manche Frau sei es auch Vorbereitung zum Wiedereinstieg ins Berufsleben. Jugendliche könne man so schon früh an das Ehrenamt heranführen.
Häufig seien es die Vereinsvorsitzenden, die im Blickpunkt stehen, aber weniger die im Hintergrund. Deshalb habe man in Neumarkt einen Preis für „stille Helden“ ausgelobt, die stellvertretend für die Ehrenamtlichen ausgewählt werden. Es bestehe „Nachholbedarf bei der Anerkennungskultur“. In Neumarkt habe man dann ein Bürgerhaus ausgebaut als Anlaufstelle. Es gäbe sogar eine eigene Publikation, in der über die Arbeit berichtet wird. Die Angst, die Kommune könne über die Freiwilligenagentur Personal sparen, sei unberechtigt. Für ständige qualifizierte Arbeiten sei eine Honorartätigkeit vorgesehen, denn man dürfe das Ehrenamt nicht ausnutzen.

Das ProPolis-Projekt beinhaltet auf zwei Jahre zwei Halbtagsstellen, die mit Bärbel Andresen und Steffen Schroth besetzt sind. Dieser war bisher ganztags für die Projektschmiede da, teilt aber die Aufgabe jetzt und verweist auf seine „gute Mannschaft“, die den Betrieb im Griff habe. Nach zwei Jahren müsse sich dann das Freiwilligenzentrum möglichst tragen. Auch die Projektschmiede mit acht bis neun Beschäftigten trage sich als Wirtschaftsbetrieb und zahle Steuern, betont Steffen Schroth. Bei ProPolis achte man strikt darauf keine Arbeitsplätze durch ehrenamtliche Tätigkeit zu gefährden.

Bereichert wurde die Eröffnungsveranstaltung durch Streicher des Collegiums Musicum und den Kinderchor Jakurrende. Auch Bauchredner Werner Leyrer gehörte zum Programm, das nachmittags mit dem Gemeindefest von Heilig Geist korrespondierte. Interessant auch die in das Obergeschoss gewährten Einblicke mit fachlicher Erläuterung des Baubestandes.

ProPolis im Hegereiterhaus ist immer montags von 17 bis 19 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr geöffnet, ansonsten unter Telefon 93 51 33 über die Projektschmiede erreichbar.

diba, 08.10.2009


Weitere Artikel der Rubrik

 

Anzeige

Kurz gemeldet
Fest der Klänge
Festliche Musik für Trompete und Orgel von Stanley, Bach, Mendelssohn, Widor und Busser erklingt beim Nachtkonzert im Rahmen der Reichsstadt-Festtage am Samstag, 4. September, in der St.-Jakobs-Kirche. Ausführende sind das Duo Pliquett und Gast, das seit 1979 gemeinsam konzertiert: Joachim Pliquett, Solotrompeter des Deutschen Symphonieorchesters Berlin, und Avid Gast, Professor für künstlerisches Orgelspiel an der Musikhochschule Lübeck. Mehr als 300 Konzerte haben sie schon im In- und Ausland gegeben und sind beispielsweise bei den Weihnachtskonzerten des Winds-bacher Knabenchores gerne gehörte Gäste in St. Jakob. Karten für das Konzert, das nach dem Feuerwerk um 22.15 Uhr beginnt, sind an der Abendkasse erhältlich.

Arbeitslosenquote
Leicht angestiegen, wie überall im Bereich der Arbeitsagentur Ansbach zum Ende August, ist auch für Rothenburg und Umgebung die Arbeitslosenquote. Sie liegt jetzt nach 2,9 Prozent im Juli bei 3,1 Prozent und hat damit den zweitniedrigs­ten Wert im regionalen Vergleich. Nur in Neustadt/Aisch ist sie mit 3,0 Prozent noch niedriger. Im gleichen Monat des Vorjahres hatte die Erwerbslosenquote in Rothenburg noch 4,0 Prozent betragen. Auch im Arbeitsmarkt der Tauberstadt schlägt sich die konjunkturelle Erholung nieder. Der leichte Anstieg zuletzt gilt als saisonüblich. Es ist Urlaubszeit und wenige Firmen stellen da ein. Betriebliche und schulische Ausbildungen sind abgeschlossen und junge Leute melden sich auf der Suche nach einer Stelle erst einmal arbeitslos.

Live vom Marktplatz
Kamera-Standorte:


© 2003 Fränkischer Anzeiger, Schneider Druck GmbH
Technische Umsetzung, Programmierung © 2002-2003 Kiessecker Data
unter Einsatz von Rotaweb Content