Eine Hitzeschlacht am Arber

Die Sommerbiathleten der SG Wörnitz auf der Bayerischen Meisterschaft

WÖRNITZ – Nachdem die jungen Sommerbiathleten der SG Wörnitz eif­rig trainiert hatten und schon voller Vorfreude waren, begab sich der Tross aus Sportlern und Betreuern auf den Weg in den Bayerischen Wald. Das Hohenzollern Skistadion war das Ziel der Reise.

Die erfolgreichen Biathlethen der SG Wörnitz: v.l. (hinten) Marie Wuzel, Stella Wuzel, Saskia Dänzer, Alina Leopoldseder, Christina Danzer, (vorne) Trainer Christoph Wuzel, Nico Leopolds­eder, Lukas Wuzel, Sebastian Dänzer, Simon Scharf, Fabian Scharf, Trainer Matthias Raab und Oliver Danzer.Fotos: privat

Die erfolgreichen Biathlethen der SG Wörnitz: v.l. (hinten) Marie Wuzel, Stella Wuzel, Saskia Dänzer, Alina Leopoldseder, Christina Danzer, (vorne) Trainer Christoph Wuzel, Nico Leopolds­eder, Lukas Wuzel, Sebastian Dänzer, Simon Scharf, Fabian Scharf, Trainer Matthias Raab und Oliver Danzer. Fotos: privat

Am Fuße des Arber täuschte die Ruhe über die bevorstehenden anstrengenden Tage hinweg. Auf etwa 950 Metern gelegen und ohne Beschattung lag eine Hitzeschlacht und so manche Tortur vor den jungen Sportlern. Ob das Lauf- und Schießtraining ausreichend war, ob die Konkurrenz stärker ist und ob die Kondition den herausfordernden Strecken in den drei anstehenden Wettkämpfen gewachsen war, standen so manchem Biathleten ins Gesicht geschrieben.

Das Anschießen, die Feinjustierung des Diopter und das Einstellen auf die Gegebenheiten am Schießstand ist wie ein Vorspiel auf den Wettkampf. Die Routine trägt hier Früchte und die Abläufe sind immer besser eingespielt. Das Befüllen der Magazine mit den Diabolos und der Check der Druckluftkartusche gehört genauso dazu wie der sichere Stand und die ruhige Hand beim Schießen selbst.

Mit Mehrladerluftgewehren wird auf in 10 Meter Entfernung positionierte Klappscheiben geschossen. Dies hört sich leichter an als es tatsächlich ist, denn mit schwitzigen Händen, Schweißtropfen im Auge, Beeinträchtigung durch den direkten Sonneneinfall, einem Belastungspuls jenseits von 160 Schlägen und nach Luft schnappend, wird aus dieser Aufgabe doch eine Herausforderung.

Wenn dann die Nerven flattern und der Druck groß ist, weil der direkte Konkurrent am Schießstand neben einem steht oder die eigene Erwartungshaltung einen fast erdrückt, dann ist die im Durchmesser 1,5 cm kleine Scheibe im liegenden Anschlag und 3,5 cm beim Stehendschießen schon verdammt klein.

Mancher wäre sicherlich lieber das berüchtigte „Omega“ in Ruhpolding gelaufen, als die harten Anstiege auf Asphalt, die schier endlosen Geraden hinter und ins Stadion hinein und zu guter Letzt einen tückischen und schwierigen Wiesensteilhang hoch und in fast unkontrolliertem Tempo wieder herunter. Die Höhe und die Hitze kamen hinzu und so schickte der Startschuss die Athleten am Freitagvormittag in den jeweiligen Altersklassen auf die Strecke.

Es sollten erfolgreiche Tage werden und die Mädels machten den Anfang. Marie Wuzel, Stella Wuzel und Saskia Dänzer standen auf dem Podest und erreichten den 3. Platz bei den Schülern weiblich im Staffelwettbewerb.

Fabian Scharf gab sozusagen ein Gastspiel im befreundeten Verein SG Hubertus im TSV Grombühl aus Würzburg. Zusammen mit Noah Österreicher und Paul Gräf stand er mit der Staffel Franken bei den Schülern männlich ganz oben und darf sich fortan Bayerischer Meister nennen. Nico Leopoldseder und Oliver Danzer, zusammen mit Justus Teiche, fanden sich auf dem 5. Platz in der gleichen Disziplin wieder.

Christina Danzer, Alina Leo­polds­eder und Maja Ehrmann (SV Virnsberg) hätten ihre prima Leistung sicherlich ebenfalls gerne mit dem Titel des Bayerischen Meisters gekrönt, jedoch fand sich keine weitere Konkurrenz in der Staffel Jugend weiblich.

Staffel errang Meistertitel

Bei der Jugend männlich war die Konkurrenz dafür um so zahlreicher vorhanden. Entsprechend groß fiel die Freude bei Lukas Wuzel, Sebastian Dänzer und Simon Scharf aus, als sie als erste die Ziellinie überquerten und sich nun stolz Bayerischer Meister nennen dürfen. Die Schmerzen und der Muskelkater am nächsten Morgen, aber auch der anstehende Sprintwettkampf, ließen den ersten Tag vergessen.

Oliver Danzer belegte den 5. Platz bei den Schülern B männlich und Saskia Dänzer landete auf dem undankbaren 4. Platz bei den Schülern A weiblich. Stella Wuzel fand sich in der gleichen Klasse auf Rang 8 ein.

Beflügelt durch den Erfolg am Vortag erreichte Fabian Scharf wieder einen Podestplatz. Rang 3 in der Wertung Schüler A männlich gab einen weiteren Motivationsschub.

Diesen dürfte auch Christina Danzer nach einer prima Vorstellung erlebt haben, denn sie belegte ebenfalls Rang 3 in der Jugend weiblich. Alina Leopoldseder hatte wie Christina nur einen Fehler geschossen, hatte aber zu viele Körner auf der Strecke gelassen und belegte Platz 5.

Ein weiterer dritter Platz kam durch Sebastian Dänzer in der Jugend männlich zustande. So wie viele andere über das gesamte Wochenende hinweg haderte auch er mit dem Eigenleben der Klappscheiben. So mancher sicher geglaubte Treffer wollte nicht fallen und die Scheibenmechanik wurde bei Sportlern und Trainern gleichermaßen eifrig diskutiert.

Lukas Wuzel und Simon Scharf erging es nicht anders und sie belegten Rang 5 und 10. Michael Raab war sicher mit seinen Schießeinlagen auch nicht zufrieden, konnte aber mit einer prima Laufleistung noch den 12. Platz erkämpfen. Das Feld war mit 20 Startern gut besetzt und die Leistungsdichte und Dynamik nicht zu unterschätzen.

Und noch ein dritter Platz. Der Trainer Matthias Raab besserte den Medaillenspiegel der SG Wörnitz mit einer Bronzemedaille in der Klasse Herren 2 noch weiter auf, da er immer mit gutem Beispiel voran geht und seinen Zöglingen zeigt wie es geht.

Es blieb keine Zeit „um die Wunden zu lecken“. Der dritte Tag, der dritte Wettkampf: Massenstart. Mann gegen Mann, Frau gegen Frau; alle Athleten einer Klasse gehen gleichzeitig auf die Strecke. Nico Leopoldseder belohnte sich mit einer Silbermedaille und Oliver Danzer belegte wiederum Rang 5.

Saskia Dänzer tat es ihm gleich und fand sich ebenfalls auf Rang 5 wieder, gefolgt von Stella Wuzel auf Rang 7. Der fünfte Platz war auch für Alina Leopoldseder angesagt. Christina Danzer schien Gefallen am 3. Platz gefunden zu haben, denn wie am Vortag stand sie wieder am gleichen Platz auf dem Treppchen.

Mit einer überragenden Leistung, mit gehörigem Vorsprung, einem Siegerlächeln und Frankenflagge kam Lukas Wuzel als neuer Bayerischer Meister bei der Jugend männlich ins Ziel. Das Geheimnis seines Erfolges war eine souveräne Schießleistung mit nur zwei Fehlern bei 20 Schuss gepaart mit einer prima Laufleistung. Simon Scharf auf Platz 3, Sebastian Dänzer auf Platz 5 und Michael Raab auf 11, waren die weiteren Platzierungen.

Matthias Raab schloß das erfolgreiche Wochenende mit einer weiteren Silbermedaille ab.

Das Sekundärziel war für viele die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Altenberg Ende Juli. Die Koffer können nun gepackt werden. Fleiß, Ausdauer, Wille und die angestrebte Verbesserung der Trainingsmöglichkeiten tragen ihre Früchte. sd

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