Gutes Zusammenspiel

WM-Elf könnte sich diesbezüglich eine Scheibe abschneiden

ROTHENBURG – Gelungene Premiere auf der Topplerbühne: Die Zuschauer spendeten reichlich Szenen­applaus, vor allen Dingen für die eleganten, gekonnten Tanzeinlagen, aber auch für das amüsante und ebenso tiefgreifende Stück „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“.

Das Schauspielteam Jan Freese, Katja Wolff, Thomas Heep, Tobias Rott und Ilona Schulz genießt den Schlussapplaus. Foto: Schäfer

Trotz des inhaltlich schwerwiegenden Schlusses, gab es ein versöhnliches Ende. Mit einem lang anhaltenden Schlussapplaus bedankte sich das Publikum bei den beiden Schauspielern, die sich auf der Bühne hervorragend ausleben konnten. „Sie waren einfach große Klasse“, herrschte die einhellige Meinung.

„Erfrischend“, „Ein kurzweiliger Abend“, „Tolle Dialoge mit nachdenklichen Sequenzen“, „Da steckt viel Wahres drin, das zum Nachdenken anregt“ und „Das Stück macht Lust aufs Tanzen“, lauteten die Kommentare. „Hätte unsere Fußballnationalmannschaft so engagiert gespielt, wie die beiden Schauspieler auf der Bühne, hätte das deutsche Team 10:0 gewonnen“, sagte Oberbürgermeister Walter Hartl. Fußballfans, die Trübsal blasen, weil der Weltmeister in der Vorrunde ausgeschieden ist, empfahl das Stadtoberhaupt mit einem Augenzwinkern, sich das erfrischende Schauspiel anzuschauen, weil dann alle Niedergeschlagenheit „wie weggewischt ist.“ Schon der Blick aufs Bühnenbild sorge für Urlaubsstimmung „und dieses positive Empfinden überträgt sich, wenn man das Stück sieht“. Dem ganzen Schauspielteam sprach er ein großes Kompliment aus.  Ausdrücklich dankte er auch der Theaterleitung, die sich ehrenamtlich einbringt, sowie den Sponsoren für die Unterstützung: „Nur mit diesem Engagement ist es möglich, das Toppler Theater so führen zu können“.
Die Rothenburger Theatermacher Erich Landgraf und Jürgen Klatte  sind mit Recht stolz auf die erfreuliche Entwicklung der von Dieter Balb ins Leben gerufenen Kultureinrichtung. Das Toppler Theater geht in  das zweite Jahrzehnt und kann immer wieder bekannte Branchen-Profis, die sonst für große Produktionen tätig sind, für die Zusammenarbeit mit der kleinen, feinen Bühne gewinnen. Erfolgs-Regisseurin Katja Wolff und der Bühnen- und Kostümbildner Jan Freese setzen auch heuer wieder neue Akzente und erzeugen andere Stimmungen. Der vielversprechende Nachwuchs-Regisseur Thomas Helmut Heep arbeitet zum ersten Mal am Toppler Theater. Mit dem Engagement der beiden Schauspieler für die „Sechs Tanzstunden“ ist der Rothenburger Bühne ebenfalls ein Coup gelungen. Tobias Rott, der den Tanzlehrer Michael Minetti spielt, ist der neue Schauspieldirektor des Staatstheaters Meiningen. Ilona Schulz schlüpft in die Rolle der wohlsituierten Lily Harrison und nimmt bei dem Tanzlehrer Tanzunterricht. Aktuell wirkt sie an einer Kinoproduktion mit Stars wie Heiner Lauterbach mit. Kurz vor der Premiere in Rothenburg stand sie noch im Filmpark Babelsberg in Potsdam vor der Kamera. Wegen dieses Engagements und zeitlicher Überschneidungen müssen  zwei Termine für geplante Aufführungen entfallen.
Der halbe Wohnwagen auf der Bühne hat eines größeren Aufwandes bedurft. In ganzer Form transportierten  Jürgen Klatte, Ulrich Zimmer und Wolfgang Reichert das sperrige Teil auf einem Anhänger von Schweinfurt nach Rothenburg. Es hatte keine gültige Verkehrszulassung. In stundenlanger Sägearbeit wurde es in zwei Teile zerlegt und lutscherfarben lackiert. Tatkräftig zupackende junge Männer halfen, den Koloss  auf die Topplerbühne zu hieven. sis

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