Beliebtheit steigt

Wunderbare Welt der Märchen belebt dunkle Jahreszeit

ROTHENBURG – Bestbesuchter „Rothenburger Märchenzauber“ seit Beginn der Veranstaltungsreihe: Insgesamt wurden heuer fast 1500 Besucher gezählt.

Märchenführung mit dem Rumpelstilzchen. Foto: privat

Der vom Rothenburg Tourismus Service initiierte „Märchenzauber“ wird von großem ehrenamtlichen Engagement getragen: der Vorleser, Schauspieler, Betreuer und Musiker. Ein Erfolgsfaktor sind auch gelungene Kooperationen mit städtischer Musikschule, Bücherei, Stadtarchiv, Hans Sachs, Kultur Korn, Reichsstadt-Gymnasium, Bäckerei Striffler und Chocolatier Alexander Hilde­brand – im Zusammenwirken mit Künstlern. In diesem Jahr wirkten der Schauspieler Markus Grimm und die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg mit. So gab es neben kindgerechten Klassikern wie der Eselswanderung mit Märchenerzählungen, Schülertheater, Konzerte, auch Angebote, die sich vornehmlich an erwachsene Märchenfreunde richteten: vom Klassiker der Gebrüder Grimm bis zu modernen Kunstmärchen.

Arrangements und Pauschalen in verschiedenen Rothenburger Hotels sowie der „Märchenbummel“ des Einzelhandels rundeten das für Einheimische und Touristen konzipierte Angebot ab. Die Themenführungen durch die Altstadt gaben dem Programm auch heuer eine zusätzliche märchenhafte Note. Zwischen 35 und 300 Personen nahmen daran teil.
Bei Herbert Krämer-Niedt wurden in seinem Vortrag „Das orientalische Märchen“ im „Glocke“-Kabinett Erinnerungen an die eigene Kindheit wach. Er fand die Geschichten aus dem Morgenland noch spannender und aufregender als die aus dem Grimmschen Märchenbuch. Beson­ders die Abenteuer Sindbad des Seefahrers hatten es ihm angetan. Auch Goethe begeisterte sich an orientalischen Märchen. Vieles schöpfte der Dichter aus diesem reichen Fundus für seine Dichtungen, vor allem für den „Faust II“.
Schon vor 2500 Jahren sind Märchen in Indien belegt, die später in den persischen und arabischen Raum wanderten. Dort wurden sie erstmals um 1450 aufgezeichnet. Manche Erzählmotive wanderten auch in den europäischen Märchenschatz ein, so das vom Riesenvogel, der bei den Brüdern Grimm „Greif“, bei Sindbad „Roch“ heißt – oder das vom menschenfressenden Werwolf, der in beiden Märchen-Sammlungen  identisch vorkommt. sis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*