Viel Gutes getan

Die weitere fruchtbare Zusammenarbeit fortsetzen

ROTHENBURG LAND – Mit mit dem Dienstende der Windelsbacher Pfarrerin Beate Wirsching  zum Jahresende verliert das Dekanat Rothenburg gleichzeitig eine engagierte Beauftragte für die Partnerschaftsarbeit    in Tansania. Die Insinger Pfarrerin Barbara Müller wird diese Aufgabe  vorläufig kommissarisch übernehmen.

Diese jungen Menschen in Tansania haben das Examen geschafft: ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Lebensverhältnisse.

Das Dekanat Hai umfasst 49 evangelisch-lutherische Gemeinden mit über 100000 erwachsenen Mitgliedern. Zu den ursprünglichen Gemeinden des Bantu-Volkes der Chagga sind in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche junge Gemeinden unter den Maassai in der Steppe hinzugekommen. Einem lebendigen Gemeindeleben stehen im Dekanat Hai gewaltige Herausforderungen entgegen: Krankheiten, Trockenheit, Hunger, Bildung. Die 1982 begründete Partnerschaft kann nicht alle Probleme Tansanias lösen, aber sie lassen sich durchaus erfolgreich an­packen. Das reicht von landwirtschaftlichen Projekten  wie Bananenanbau und Bienenzucht, Weiterentwicklung der Handwerkerschule, Waisenhilfe bis zur Unterstützung von Kindergärten und Schulen, wo Kindern nicht nur Bildung vermittelt, sondern auch eine warme Mahlzeit am Tag ermöglicht wird.
Beate Wirsching, die am 6. Januar nächsten Jahres offiziell aus dem Dienst verabschiedet wird, hat ihren letzten Beitrag über die Partnerschaftsarbeit noch einmal mit der innigen Bitte verknüpft, beim Spenden nicht nachzulassen, um das Ziel weiterzuverfolgen, Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.
Schon lange sind die Auswirkungen des Klimawandels in Tansania ungleich größer als in Deutschland. Aufgrund des zunehmenden Ausbleibens der Regenzeiten braucht es neue Lösungsansätze für die Landwirtschaft. Die Verantwortlichen im Rothenburger evangelisch-lutherischen Partnerdekanat Hai am Kilimandscharo haben schon früh die Notwendigkeit erkannt, die ihnen anvertrauten Menschen mit allen Mitteln auf die zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten – sowohl im Bereich der Landwirtschaft wie im Bereich der Ausbildung.
Nach der Einführung des Bananen-Projekts in der Maassai-Steppe vor einigen Jahren ist deutlich geworden, dass sämtliche 49 Kirchengemeinden des Dekanats – nicht nur die Missionsgemeinden in der Steppe – eine landwirtschaftliche Ertüchtigung und Schulung brauchen. Seit drei Jahren gibt es am Westhang des Kilimandscharo, nicht weit vom Sitz des Dekanats, das Schulungsfarmprojekt Boloti. Hier werden Multiplikatoren aus allen Gemeinden in Tages- oder Wochenendseminaren in wichtigen Themen unterrichtet.

Beruflich ambitionierte Frauen: Ausbildung in Hauswirtschaft und Hotelmanagement.

Ihr neu erworbenes Wissen geben sie zuhause in den Kirchengemeinden weiter. Viele haben hier schon gelernt, wie durch sinnvolle Aussaat und Pflanzung bessere Erträge erzielt werden können. Für den Ausbau der Unterrichtsräume in Boloti sind noch finanzielle Investitionen nötig. Die Räumlichkeiten der Schulungsfarm sind zwar noch nicht fertig gestellt, aber die dazu gehörigen Felder sind schon bewirtschaftet worden. In diesem Herbst wurden schon gute Ernteerträge eingebracht, mit denen die Dekanatssilos zum Teil aufgefüllt werden konnten. Denn die Unterstützung der notleidenden Familien in der trockenen südlichen Maasai-Steppe mit Mais und Bohnen bleibt weiterhin ein dringliches Anliegen.

Natürlich ist die Ausbildung der Jugend die wichtigste Voraussetzung für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen – auch um die Menschen im Land zu halten.
Die Handwerkerschule in Hai unter der Leitung von Reiner und Barbara Kammleiter leistet hier eine herausragende Arbeit. Gerade hat die Schule die heiß ersehnte permanente Registrierung als Berufsschule bei der tansanischen Handwerkskammer erhalten.
In den Ausbildungsrichtungen Schneider, Schreiner, Elektriker, Maurer und Metallarbeiter werden Jugendliche für ihren Einsatz im Arbeitsleben und in der Gesellschaft vorbereitet. Die neue Hauswirtschafts- und Hotelmanagementklasse bildet ihre Schülerinnen und Schüler für die wachsenden Anforderungen der Touristik aus. Damit sich die Handwerkerschule finanzieren kann, braucht es die Schulgebühren einer Anzahl von mindestens 300 Schülerinnen und Schülern. Da es für viele schwer ist, dies Geld aufzubringen, übernimmt das evangelisch-lutherische Dekanat Rothenburg jährlich zwanzig Stipendien.
Viele Menschen haben im vergangenen Jahr die Partnerschaftsarbeit unterstützt. Viel konnte auch wieder bewegt werden zum Wohl der Menschen dort. Darüber freuen sich Dekan Hans-Gerhard Gross, die Partnerschaftsbeauftragte Pfarrerin Beate Wirsching und das gesamte evangelisch-lutherische Dekanat Rothenburg. In einer E-Mail an die Partnerschaftspfarrerin äußerte auch der tansanische evangelisch-lutherische Dekan Aminirabi Swai seine Dankbarkeit: „Ich möchte euch, den Menschen in Rothenburg, sehr herzlich danken, dass ihr nie aufgehört habt mit uns zusammen unterwegs zu sein. Asante sana. Als Christen habt ihr uns in jeder Hinsicht unterstützt. Möge Gott euch reich segnen!“
Wer etwas für die Partnerschaft Tansania tun möchte, kann sich auf dem Rothenburger Weihnachtsmarkt an der Tansania-Bude mit Waffeln und Quittenglühwein verwöhnen lassen, oder spendet über das Evangelisch-Lutherische Dekanat Rothenburg (IBAN: DE 10 7655 0000 0000 1116 66; BIC: BYLADEM1ANS; Sparkasse Ansbach). bw/sis

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