Durchblick verschaffen

Rothenburger Seniorenbeirat bringt digitalen Seniorenatlas auf den Weg

ROTHENBURG – Auf ein ebenso arbeits- wie auch erfolgreiches Jahr blickt der Seniorenbeirat zurück. Neben seinen regelmäßigen Veranstaltungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen, konnte er 2018 kurz vor Jahresende auch ein wichtiges Projekt fertigstellen, nämlich den Seniorenatlas.

Über die Homepage des Seniorenbeirats ist der neue Seniorenatlas unter der Rubrik „Senioren in Rothenburg“ abrufbar.

Dieser ist bereits seit Dezember auf der Homepage des Seniorenbeirats (www.seniorenbeirat-rothenburg.de) einsehbar. In Tabellenform sind dort alle wichtigen Angebote, die es in der Stadt für Senioren gibt, aufgelistet. Neben der bloßen Nennung der Angebote in den Bereichen Freizeit, Kultur und Kunst, Soziales, Bildung sowie Gesundheit, finden sich dort auch gleich die passenden Ansprechpartner sowie eine kurze Beschreibung des Angebots und die jeweilige Örtlichkeit.
Bislang gibt es 52 Einträge. „Es soll  ganz bewusst ein dynamisches Medium sein“, betont Beiratsmitglied Burkhart Eugen, der für die zugrunde liegende Arbeitsgemeinschaft verantwortlich ist. Deshalb nehme man im Seniorenbeirat gerne auch Anregungen für weitere Einträge entgegen.
Da man bei Verein in den Regel auch nur nach Entrichtung eines Mitgliedsbeitrags mitmachen darf, entschloss man sich ebenso kommerzielle Anbieter, etwa im Fitnessbereich, mit aufzunehmen. Die digitale Liste ist dank ihrer einfachen Suchfunktion besonders nutzerfreundlich.
Als die Bürgerbeteiligung in Form der Beiräte 2016 ins Leben gerufen wurde, reifte bereits die Idee den Senioren in Rothenburg – besonders jenen, die es als Auswärtige kürzlich in die Tauberstadt gezogen hat – mit einer umfassenden Liste mit Freizeitmöglichkeiten und den entsprechenden Einrichtungen zu versorgen. Bereits im Oktober hatte die Arbeitsgemeinschaft dann alle nötigen Daten erhoben und bekam vom Gremium grünes Licht, mit diesem Projekt weiterzumachen.
Doch wie soll das Ganze dann letztlich den Nutzern dargereicht werden? Am Anfang war man noch von der Idee überzeugt, den Seniorenatlas in gedruckter Form herauszubringen. Aber nicht nur die Frage nach der Finanzierung (eventuell durch Werbung) ließ den Beirat davon abrück­en. Auch die Gefahr, dass die darin enthaltenen Informationen schnell veraltet sind, zwang zum Umdenken.
Vorerst nur im Internet
Da zeitgleich die eigene Homepage des Seniorenbeirats immer konkretere Formen annahm, entschloss man sich, den Atlas vorerst ausschließlich im Internet zu präsentieren. Sollte man im Beirat aber den klaren Wunsch bei den hiesigen Senioren nach der gedruckten Form erkennen, wäre zu überlegen, ob man nicht auch eine Printversion anbiete, so Beiratsvorsitzender Dr. Rainer Hoffmann. Bleibt dann nur die Frage, wie man diese dann an die interessierten Senioren bringt.
„Geburtshelfer“ für die digitale Orientierungshilfe, laut Burkhart    Eugen, ist Beiratsmitglied Joachim Greis. Der „Wegwarte“-Vorsitzende hat die zusammengetragenen Daten entsprechend aufbereitet und sich auch    in die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eingearbeitet. Um bei Letzterem auf der sicheren Seite zu sein, holte man sich zudem professionelle Unterstützung ins Boot. Für den Atlas musste jeder Anbieter nach seinem Einverständnis zur Veröffentlichung abgefragt werden.
Bereits in dem einen Jahr seit der letzten Erhebung der Daten haben sich einige Veränderungen bei den Ansprechpartnern ergeben. Der Seniorenbeirat hofft deshalb, dass ihm – neben Vorschläge für weitere Einträge – auch Änderungen zeitnah gemeldet werden, um stets auf dem aktuellen Stand zu sein.
Dieses Ziel hat man sich auch für die Homepage gesetzt. So finden sich dort nicht nur die Termine für anstehende Sitzungen und Veranstaltungen. Unter der Rubrik „Rückschau auf unsere Arbeit“ kann man auch nachverfolgen, was von den engagierten Beiratsmitgliedern jüngst auf die Beine gestellt wurde. Mittel- bis langfristig soll sich die Homepage stärker interaktiv, also zu einem Ort des Austausches, entwickeln. Vorsitzender Dr. Rainer Hoffmann könnte sich auch vorstellen, dass man dort seniorenrelevante Themen in Form von eigenen Artikeln aufs Tapet bringt.

Berichten von einem arbeits- und ereignisreichen Jahr im Seniorenbeirat (v.l.): Burkhart Eugen, Vorsitzender Dr. Rainer Hoffmann und Joachim Greis. Foto: Scheuenstuhl

Austausch weiterhin Anliegen

Der direkte Austausch unter den Senioren sowie zwischen den Generationen ist dem Beirat aber auch weiterhin ein Anliegen, wie die Veranstaltungen zeigen, die auch 2019 wieder stattfinden werden. Natürlich hält man an den Publikumsmagneten Seniorenfrühstück (80 bis 100 Besucher) und Seniorenkino (60 bis 100 Besucher) fest.
Ebenso möchte man das jüngst gemeinsam mit dem Evangelischen Frauenbund aus der Taufe gehobene „Erzählcafé“, bei dem sich Senioren und Jugendliche rege austauschen, weiterführen. Es sei allerdings noch nicht ganz klar, in welcher Form dies geschehen werde. In der Hoffnung, dass viele Senioren Smartphones als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum fanden, wird auch heuer wieder die Smartphone-Schulung angeboten. Gute Resonanz erhielt der Seniorenbeirat auch auf die bisher vier Erste-Hilfe-Kurse für Senioren. Werner Holzberger vom Bayerischen Roten Kreuz bringt innerhalb weniger Stunden auf sehr unterhaltsame Weise die Grundlagen bei, um für den Ernstfall gerüstet zu sein (wir berichten noch).
Aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen. Deshalb wird auch heuer wieder der fast schon traditionelle Seniorenfasching am Sonntag, 17. Februar, von 14 bis 18 Uhr im Wildbad ausgerichtet. Nachdem die letzten beiden Jahre die Illesheimer Faschingsgesellschaft die Rothenburger Jecken zum Lachen und Mitschunkeln animierte, wollte man nun  Abwechslung in die Veranstaltung bringen. Deshalb treten heuer die „Frankemer Stupfl“ mit ihrem Programm auf. Eine Anmeldung ist über das Wildbad telefonisch unter (09861) 9770-0 oder per Email unter kultur@wildbad.de möglich.
Das „barrierefreie Rothenburg“ wird den Seniorenbeirat gemeinsam mit dem Inklusionsbeirat auch 2019 noch beschäftigen. Kürzlich wurde eine Fotodokumentation der „Stolperstellen“ in der Stadt angefertigt, die noch aufbereitet werden muss. Im Entstehen ist außerdem die Gründung einer Ethikberatung für nicht stationäre Patienten in Zusammenarbeit mit dem Hospizverein.
Sich zu Alter bekennen
Im Grunde kann der Seniorenbeirat über mangelnde Teilnehmer an seinen Veranstaltungen nicht klagen. Mit einer Ausnahme – dem Mittagstisch. Laut Dr. Rainer Hoffmann liege dies nicht etwa daran, dass es keine Senioren gebe. Im Gegenteil: „Nur immer weniger bekennen sich dazu.“  Abhilfe könnte die Umbenennung in „Jugendbeirat 60Plus“ schaffen, meint er mit einem gehörigen Augenzwinkern, denn eigentlich gebe es keinen Grund, sich wegen seiners Alters zu verstecken.
Um den Mittagstisch noch attraktiver zu gestalten wird ab Februar der Gasthof „Butz“ mit in die Reihe aufgenommen, wo man sich dann immer am 1. Dienstag im Monat trifft. Somit ist der ganze Monat abgedeckt, denn am 2. Dienstag eines Monats ist der Mittagstisch im Bürgerheim Seniorenwohnen, am 3. Dienstag im Reichsstadt-Gymnasium und am 4. Dienstag im Krankenhaus Rothenburg zu Gast.   mes

Ein Kommentar zu Durchblick verschaffen

  1. M. Prim sagt:

    Die ganze Altstadt ist eine Stolperfalle, für Ältere,Behinderte,Rollstuhlfahrer, Gehhilfenutzer, Kinderwagenschieber usw. eine einzige Katastrophe; die Mobilität wird in hohem Maße eingeschränkt. Hier wird der Anwohner wieder dem Tourismus untergeordnet (siehe Artikel der Süddeutschen Zeitung Rubrik Reisen über Rothenburg )da eine Disney Version des mittelalterlichen Städtchens von den Touristen gewünscht wird und das Pflaster in der jetzigen Form angeblich die Illusion aufrecht erhält…..der Marktplatz sowie der obere Kapellenplatz und das Pflaster rund ums Rathaus sind besonders schlimm; die hohen Bordsteinkanten sind teilweise auch nicht überwindbar. Da wünsche ich dem Seniorenbeirat viel Erfolg.
    Zu der digitalen Orientierungshilfe: vielleicht gibt es die Möglichkeit, die Webadressen als Link zu aktivieren. Dann muß man nicht mühselig markieren oder kopieren.
    Der Mittagstisch beim Butz ist gut, denn es gibt ja einige Ältere, die nicht mobil sind und nicht die Möglichkeit haben, hinaus ins Krankenhaus oder in die Bleiche zu kommen.

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