Neue Chance für Altbaubestand

Immobilien als Kapitalanlage scheinen sich wirtschaftlich zu lohnen – Gestreckter Zeitplan

ROTHENBURG – Eine Altimmobilie kann auch zur Last werden. Zuwarten ist keine gute Strategie. Auf der Suche nach einem Ausweg können sich auch Lösungen auftun.

Eckhaus mit Entwicklungspotenzial: Das Schaumann-Areal in bester Altstadt-Lage hat ein bekannter Investor erworben. Foto: Schäfer

Eigentum verpflichtet, heißt es im Grundgesetz. Wenn es ums Geld geht, dann geht es um mehr und oft sogar um ganz andere Dinge als um die rein materiellen, sondern auch um Verantwortung und die persönliche Situa­tion. Manchmal sind Hausbesitzer nicht zu beneiden, weil sie vor einer fast unlösbaren Aufgabe stehen. Sie müssen sich Gedanken machen, ob sie die Immobilie verkaufen, vererben oder verschenken sollen. Bei Modernisierung und Instandhaltung kommen schnell hohe Beträge zusammen. Immer mehr Inhaber einer Altstadt-Immobilie haben ein Problem, eine geeignete Lösung zu finden, die ihren eigenen Ansprüchen und auch städtischen Anforderungen gerecht wird.
Die Last der Entscheidung wurde auch Peter Schaumann, Jahrgang 1956, nicht abgenommen. Als Geschäftsmann, CSU-Politiker, Rothenburger Stadtrat und Mitglied im IHK-Gremium ist er als eine Person des öffentlichen Lebens auch an Themen wie Stadtentwicklung und regionalem Einzelhandel beteiligt. Vor diesem Hintergrund steht der Verkauf seiner Altstadt-Immobilie in prädestinierter Lage besonders im Blickfeld.
Der Gebäudekomplex besteht aus mehreren Objekten mit recht verschachteltem Grundriss, was aber auch seinen Charme und Reiz im Stadtbild hat. Das gemischt genutzte Objekt enthält die Aufteilung auf zehn verschiedene Wohnungen, Läden und Gewerbe mit großzügigen Schaufenstern. Es besteht insgesamt ein sehr hoher Sanierungsbedarf und die Ausstattung ist nicht mehr zeitgemäß.
Auf der Suche nach einem Investor ist Peter Schaumann fündig und handelseinig geworden, wie er auf Nachfrage der Redaktion bestätigt. Das Dinkelsbühler Unternehmen ProBau Projektbau und -entwicklung hat den unsanierten Altbestand erworben. Wohn- und Geschäftsstruktur sollen erhalten bleiben. Eventuell komme eine rückwärtige Erweiterung in Betracht. Es soll auch die Möglichkeit einer Tiefgarage ausgelotet werden für mehr Parkplätze. Geschäftsführer Gerald Kümmerle dämpft im Gespräch Erwartungen einer raschen Umsetzung. Moderner Wohnraum in der Altstadt ist begehrt und entsprechend stark nachgefragt.
„Wir stehen noch ganz am Anfang in der Phase der Vorplanung zur Entwicklung einer Konzeptidee. Bis zu einer durchführbaren Lösung wird es noch dauern. Der Unternehmer sprach von einem zeitlichen Ablaufplan über zwei bis drei Jahre. „Nicht dass mir Interessenten jetzt schon das Haus einrennen.“
Der Dinkelsbühler Unternehmer hat sich auf die Sanierung von Denkmalimmobilien spezialisiert. Auch in Rothenburg ist er kein Unbekannter durch Investitionen in Altbauten im großen Stil, die Privatleute finanziell kaum stemmen können. Für das Bauunternehmen bieten sich mit dem Kauf und der anschließenden Sanierung von Denkmalimmobilien oder von Altbauten, die sich in den von den Behörden eigens dafür ausgewiesenen Sanierungsgebieten befinden, erhebliche steuerliche Anreize, die es veranlassen, sein Geld in solche Objekte zu stecken.
Es gibt einen immensen Sanierungsstau in der Rothenburger Altstadt, der dazu führt, dass Gebäude ungenutzt sind, obwohl Wohnraum fehlt. Der Mangel an bezahlbarem Wohn­raum ist ein immer akuter werdendes Problem. Auch Ladenleerstände sind auf umfassenden Handlungsbedarf zur städtebaulichen Sanierung zurückzuführen. In der Rödergasse wird ein Ladengeschäft vermietet, das über einen Wasseranschluss, aber keinen Wasserabfluss verfügt. Der Mieter ist gezwungen, sich mit Eimern zu behelfen. sis

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