Lidl macht Dampf

Markt an der Schlachthofkreuzung wird neu und größer gebaut

ROTHENBURG – Weiter geht es mit Marktprojekten in Rothenburg: Jetzt macht der Discounter Lidl Dampf. Er möchte seinem noch aus dem letzten Jahrzehnt stammenden Markt an der Schlachthofkreuzung den neuen Zuschnitt verpassen, den er nach aktueller Strategie und Philosophie braucht.

Der Lidl-Markt an der Schlachthofkreuzung wird weggerissen und durch einen noch größeren Neubau ersetzt. Foto: Weber

Was bedeutet: Der vorhandene Markt wird komplett abgebrochen, auch das schon seit dem Umzug in den Schlachthof nicht mehr genutzte Bäckerei-Café gleich daneben. Auf der gesamten Fläche entsteht ein neues Gebäude. Es ist in Teilen zweistöckig und kann im oberen Bereich die Mitarbeiter- und Sozialräume aufnehmen. Die reine Verkaufsfläche wächst bei dem Projekt von bisher 1104 auf 1455 Quadratmeter.

Trotz eines erheblich größeren Volumens wird der Bau kaum höher wirken als der bisher vorhandene. Das hat jetzt in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung bei der Beratung des eingereichten Bauantrags Stadtbaudirektor Michael Knappe signalisiert. Grund sind unter anderem die völlig neu angelegten Park- und Grünanlagen um den Markt. Sie sind verglichen zu den vorhandenen höher gesetzt. Insgesamt entstehen im Außenbereich 119 Parkplätze.

Gemessen am bisherigen Bestand dürfte die Begrünung und auch die Pflasterung nach den vorliegenden Planungen wesentlich aufwändiger und gefälliger werden. Die gesamte bisherige Bepflanzung und auch die Flächenversiegelung müssen weichen und werden durch komplett neue Bestandteile ersetzt.

Das künftige Gebäude weist ein Pultdach auf, das in einem rechteckigen, inneren Kern eine geständerte Photovoltaik-Anlage trägt und im Bereich darum herum eine begrünte Fläche. Sie ist zusammen mit der gesonderten Ausführung der Außenanlagen ein Ausgleich für die Überschreitung der höchstzulässigen Grundflächenzahl. Bauplanungsrechtlich wären großflächige Einzelhandelsbetriebe wie der kommende nur in einem Sondergebiet zulässig. Aber weil schon ein Markt auf dem Grundstück besteht, gilt Bestandsschutz. Ein Bauleitplanverfahren ist nicht erforderlich. Die Landesplanungsbehörde erhebt keine Einwände. Im Flächennutzungsplan ist das betreffende Grundstück als gemischte Baufläche ausgewiesen.

Um die öffentlich-geschützten Belange von Nachbarn zu berücksichtigen, sind die Anlieger durch öffentliche Bekanntmachung beteiligt worden. Einen Monat lang, während der Auslegung, hatten sie Gelegenheit Einwände vorzutragen. Es gab keinen einzigen. Bei dem Projekt werden mehr Stellplätze nachgewiesen als erforderlich. Ein Prüfsachverständiger bescheinigt den vorbeugenden Brandschutz.

Wortmeldungen zu dem Projekt kamen von den Stadträten Fritz Sommer und Thomas Schmid (beide UR) sowie von Dr. Karl-Heinz Schneider (FRV). Sommer ging es um die Stellplätze, Schmid um den Abstand zum normalerweise recht schwierigen Nachbarn Bahn und Schneider um das Thema Wohnbebauung, das die Stadt angesichts des vorhandenen Bedarfs auch bei solchen Projekten in dieser Lage nicht aus den Augen lassen solle.

Baudirektor Knappe betonte, vom Bauwerber würden mehr Parkplätze geschaffen als nach dem Mindestschlüssel erforderlich. Obwohl der Abstand zur Bahn gering sei, habe das Bundesunternehmen zugestimmt. Ohne Bebauungsplan, wie im vorhandenen Fall, habe die Stadt keine Handhabe, von einem Bauwerber zu verlangen, er müsse einen Teil seines Projektes für Wohnbebauung nutzen.

Einstimmig hat der Bauausschuss schließlich das sogenannte gemeindliche Einvernehmen erteilt und da-mit grünes Licht gegeben für das Projekt. -ww-

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