Voll motiviert und optimistisch

Keine falsche Bescheidenheit: Der CSU-Ortsverband sparte nicht mit Eigenlob

ROTHENBURG – Der CSU-Ortsverband sieht sich für die Kommunalwahlen 2020, wo Stadtrat, Kreistag, Landrat und der Oberbürgermeister von Rothenburg neu gewählt werden, gut aufgestellt. Bei der Jahreshauptversammlung vergangenen Mittwochabend im Hotel „Post“ wurde die Absicht bestätigt, die solide kommunalpolitische Arbeit konsequent fortzusetzen. 

Die CSU-Vorstandschaft mit geehrten Mitgliedern und Landrat Dr. Ludwig (3.v.li). Foto: sis

Auch Landrat Dr. Jürgen Ludwig kann auf seine Rothenburger Parteifreunde zählen. Offiziell hat er sich noch nicht zu einer weiteren Kandidatur geäußert. Die CSU-Ortsvorsitzende Silke Sagmeister-Eberlein machte keinen Hehl aus ihrem Wunsch, wen sie weiter an der Spitze des Landkreises sehen möchte und hielt den Zeitpunkt gekommen, eine Charme-Offensive zu starten. Der Freund der Politik aus Dinkelsbühl bekam in der Versammlung eine längere Redezeit eingeräumt als perfekte Plattform, um sich und seine Arbeit zu präsentieren. Er blieb sachlich und bemüht, sich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Eine weitere mögliche Kandidatur macht der Amtsinhaber von mehreren unterschiedlichen Faktoren abhängig, wie er auf Nachfrage der Re-daktion einräumte. Dazu gehört das Ausloten der eigenen politischen Einflussräume für gute Siegchancen.  Mit Zahlen und Fakten untermauerte der Landkreischef in seinen Ausführungen die positiven Ergebnisse und erläuterte die weiteren Herausforderungen. Veränderung heißt aktives Tun und der Versuch, die Dinge besser und auch anders machen zu können, so sein Fazit (wir berichten noch).
Der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk, Bezirksrat Herbert Lindörfer und Kreisrat Johannes Schneider hatten sich wegen anderweitiger Termine für ihr Fernbleiben bei den Rothenburger Parteifreunden entschuldigt. Die mit klarer Mehrheit – bei vier Stimmenthaltungen – wiedergewählte Ortsvorsitzende ging in ihrem Rückblick noch einmal kurz auf die Landtagswahl ein, die eine „Watsche“ für die CSU gewesen sei: „Aber die Umfragewerte waren viel schlechter“. Die Christsozialen seien „wieder auf einem guten Weg.“
Beim CSU-Ortsverband ist man motiviert und optimistisch auf die Kommunalwahlen eingestimmt. „Für uns gilt es, gute Stadtratskandidaten und einen Bewerber als Oberbürgermeister zu stellen“, sagte Silke Sagmeister-Eberlein. „Wir machen dies im Stillen und nicht wie in Dinkelsbühl oder wie in Leutershausen, wo mit viel Rummel ganz schön viel Staub aufgewirbelt wird.“
Die gesamte CSU-Vorstandschaft wurde bei der Versammlung  wiedergewählt: die Stellvertreter Eberhard Albig und Gerhard  Rohn, Schatzmeister Peter Schaumann und Schriftführer Marc Schmidt.
Die Ortsvorsitzende warb in ihrer Rede für die Europawahl am 23. Mai und erinnerte daran, dass der Spitzenkandidat in Brüssel, Manfred Weber, die CSU Rothenburg bei der 70-Jahr-Feier beehrt hatte. Nicht ohne Stolz verwies sie auch auf den Besuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Altenheim am Krankenhaus. Sympathien hegt die CSU-Ortsvorsitzende auch für die neue Bundesvorsitzende  der Partei, Annegret Kramp-Karrenbauer. Nicht nur wegen der Initialen „AKK“, denn auch die Rothenburger Parteichefin hat drei Kürzel „SSE“. Sie zollte der Saarländerin Respekt „für ihren guten Job.“
Kein Grund für falsche Bescheidenheit sieht der CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dr. Wolfgang Scheurer: „Wir waren konstruktiv an allen Entscheidungsprozessen beteiligt“. Als Beispiele, dass sich Rothenburg nach wie vor auf Erfolgskurs befinde, nannte er den Campus, das neue Bau- und Gewerbegebiet, die Betriebsansiedlung von Teknor Apex und „die zügige Erschließung über die neue Südosttangente“ als „eine Meisterleistung“, für die man den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung „den größten Respekt“ zollen könne.
In die Reihe der positiven Entwicklungen stellte Dr. Scheurer auch die nach 1995 und 2015 jetzt zum dritten Mal vom Stadtrat gefasste Grundsatzentscheidung für eine Hotelnutzung am Brauhausgelände. Er äußerte sich auch zur aktuellen Haushaltsentwicklung der Stadt und den sogenannten „Leitplanken“, wenn es um die finanzielle Begrenzung geht. „Die CSU-Fraktion sieht den städtischen Haushalt in erster Linie als Instrument der Stadtentwicklung, bei dem Sparen nicht die vorherrschende Maxime sein kann. Ohne Mut wäre die überragende Entwicklung unseres Gemeinwesens in den letzten Jahren nicht möglich gewesen.“
Wenig erfreulich sei die öffentliche Diskussion um die ANregiomed-Krankenhauslandschaft durch die Auseinandersetzungen um die Notfallbereitschaft der Linkskatheter-Mess­plätze in Ansbach und Rothenburg, beklagte Dr. Scheurer, der auch dem Kreistag angehört. Diese mediale öffentliche Wahrnehmung überdecke „die erfolgreiche Arbeit des Landrates auf vielen anderen Gebieten, die sich auf einem leistungsfähigen Kreishaushalt bei gleichzeitigem Schuldenabbau manifestiert.“
Herzlich aufgenommen wurden drei neue Parteimitglieder: der 31-jährige Markus Kamleiter, Gerhard Kreiselmeier (48) aus Hemmendorf und die im Ruhestand nach Rothenburg zurückgekehrte  Christa Pohlmann. Sie hat interessante Lebensstationen bereist und kommt aus einem politischen Elternhaus. Ihr Vater, der Notar Franz Weber, war Gründungsmitglied der CSU und des VdK-Sozialverbandes in Rothenburg, Stadt­rat und in den 1940er Jahren sogar Landrat.
Für 50-jährige Mitgliedschaft in der CSU wurde Peter Baß geehrt. Seit 30 Jahren sind Ottomar Dörrer, Ortwin Weingärtner und Marietta Scheffler dabei, seit 20 Jahren Wilhelm Seybold. Ein Anlass für Worte des Dankes und Weinpräsente. Mit zu frühen Veröffentlichungen von Kandidaten für die Kommualwahlen will sich die CSU zurückhalten. Da hat man in der Vergangenheit „ausreichend negative Erfahrungen gemacht.“ sis

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