Vermögen merklich gemehrt

Meistertrunk-Festspieler können mit dem zurückliegenden Jahr recht zufrieden sein

ROTHENBURG – Auf ein Bilderbuch-Pfingsten 2018 und ein insgesamt gutes Jahr, in dem sie ihre finanziellen Verhältnisse stabilisieren, ihre Werbung professionalisieren und etliche weitere positive Neuerungen einführen konnten, haben die Festspieler vom Verein „Historischer Meistertrunk“ bei ihrer Jahreshauptversammlung im großen Saal des „Rappen“ zurückgeblickt.

Totenehrung mit Jan-Peter Scheurer (Trompete) und Vorsitzendem Zierer. Foto: Weber

Vorsitzender Alexander Zierer zeigt sich nicht von ungefähr zufrieden. Mit einem wohlwollenden Wettergott an der Seite sei die Quadratur des Kreises geschafft worden: eine Senkung der Kosten bei gleichzeitiger Erhöhung der Einnahmen. Ziel sei eine Unabhängigkeit vom Wetter und vom wirtschaftlichen Erfolg an Pfingsten. Durch Schachzüge wie die Zusammenarbeit mit externen Schneiderbetrieben für den Bereich des Fundus hätten die Fixkosten reduziert werden können.

Im vergangenen Jahr ist es dem Festpiel gelungen, sein Vermögen zu mehren, wie Schatzmeister Martin Wegele im Bericht darlegte. Insgesamt sind fast 80000 Euro hinzugekommen, obwohl an Pfingsten im Bereich der Festwiese ein Minus zu verkraften war und außerdem für Spiel und Historischen Heereszug erhebliche Kosten anfallen. Der Fundus schlug mit Ausgaben von über 60000 Euro für erforderliche Arbeiten und Reparaturen zu Buche.

Beim Historiengewölbe, betreut von Hans Haitchi, konnten die Einnahmen im Vergleich zum Jahr vorher um rund 9 Prozent gesteigert werden. Auch ist es gelungen, den Einbruch im Jahr 2017 beim Wegegeld an Pfingsten aufzufangen und die Einnahmen auf diesem Gebiet zu stabilisieren.

Positiv auf die finanzielle Bilanz haben sich auch höhere Einnahmen beim Historischen Handwerkermarkt auf dem Grünen Markt und am  Kirchmarkt ausgewirkt. Der Vorsitzende lobte dafür ganz ausdrücklich den für diese Veranstaltung mit „eingekauften“ Fieranten zuständigen Festspiel-Beauftragten Günther Laudenbacher. Für 2019 wurde mit Christian Raisch ein weiterer Verantwortlicher gewonnen.

Hinzu kommt, dass die Festspieler erstmals auch beim Reiterlesmarkt präsent waren. Sie teilten sich mit den Schützen eine Bude und durften sich über gute Einnahmen freuen. Vorsitzender Alexander Zierer bedankte sich stellvertretend bei Schützenmeister Michael Ehrlinger, der an diesem Abend unter den Festspielern saß, und stellvertretend bei den beiden Hauptverantwortlichen der Festspieler für den Reiterlesmarkt-Einsatz, Robert Reuther und Bernhard Jüttner.

Einen warmen Regen bescherte nicht zuletzt auch die erfolgreich geführte Auseinandersetzung mit der Künstlersozialversicherung und die daraus folgende Rückzahlung der Beiträge, wie der Vorsitzende betonte: „Ohne wären unsere Zahlen negativ gewesen.“

Er sieht das Festspiel mit neuen Gesichtern gut aufgestellt und auf schönem Weg bei der Veränderung der Organisationsstruktur. Natascha Kühn unterstützt bei der Schatzmeister-Tätigkeit und Hannes Kölle ist für die Verteilung der Werbemittel zuständig. Auch bei der Kommunikation gehe es unter anderem per Whats-App-Gruppe aufwärts, wenn auch eine kritische Stimme noch bessere Kommunikation fordert. Jonas Finkenberger wurde von den Festspielern zum Nachfolger des aus privaten Gründen ausgeschiedenen Zeugmeisters Andreas Jesse gewählt.

Verstärkt innovative Wege geht das Festspiel inzwischen bei der Werbung unter anderem mit Bannern und Co. Neu ist auch eine Smartphone-Funktion, die Besuchern punktgenau die Navigation zu gerade besonders interessanten Schauplätzen ermöglicht. Dafür gab es Lob für Johannes Wirth und Florian Bodendörfer von stellvertretender Vorsitzender Barbara Schmid. Sie ist für Werbung und Marketing zuständig. Maximilian Ohr durfte sich Vorschusslorbeeren abholen. Er stellte  den kommenden, aber noch nicht ganz fertigen Pocket-Planer des Festspiels für Besucher vor.

Oberbürgermeister Walter Hartl hatte die Festspieler mit seinem Dank für ihren Einsatz zu Beginn auf die neue Optik im Kaisersaal vorbereitet. Beim Blick auf Pfingsten 2019 schwang schon etwas Wehmut mit. Es werden die letzten Festspiele sein, die er als Stadtoberhaupt miterleben und mitfeiern darf.                    -ww-

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