Die Ritter feierten mit Landesbischof

Johanniter begingen in Rothenburg ihren Ordenstag

ROTHENBURG – Mit einem festlichen Gottesdienst in der Heilig Geist-Kirche feierte die Bayerische Genossenschaft des Johanniterordens ihren diesjährigen Rittertag in Rothenburg. Die Predigt hielt der Bayerische Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, der zusammen mit Pfarrer Ulrich Winkler auch den liturgischen Teil und das Heilige Abendmahl gestaltete.

Zum weihevollen Auszug bildeten am Kirchenausgang „Hosianna“ singende Kinder mit Palmzweigen ein stimmungsvolles Spalier für die Ordensritter.Foto: Nitt

Nach dem orgelbegleiteten, festlichen Einzug wurden die Ordensritter, der Landesbischof und die anwesenden Gemeindeglieder herzlich von Pfarrer Ulrich Winkler begrüßt. Entsprechend der üblichen Gottesdienstordnung schlossen sich Sündenbekenntnis, Kyrie, Tagesgebet und Lesungen (Philipper 2, 5 -11 und Johannes 12, 12 – 19) an. Nach zwei weiteren Gemeindeliedern stieg Landesbischof Dr. Bedford-Strohm auf die Kanzel und verlas den Predigttext aus Jesaja 50, 4 -9. Bei seiner Auslegung ging der Landesbischof zunächst auf die verheißungsvolle Botschaft zu Beginn dieses Bibelworts ein: „Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören“. Er betonte die Bedeutung des Hörens auf Gottes Stimme und empfahl den Zuhörern, am Morgen jedes Tages innezuhalten und mit Gott den Tag zu beginnen, denn Gott meint es gut mit uns. Daran anschließend predigte er über das Hören in unserer Zeit, das so problematisch geworden ist.

„Brüllen hat Hochkonjunktur und im Internet schütten manche Menschen Kübel von Hass auf andere aus. Insbesondere öffentliche Personen müssen sich häufig in einer Weise beleidigen lassen, die irgendwann zur Gefahr für unser politisches System zu werden droht“. Damit spielte er auf das aktuelle Problem an, dass nur noch wenige Personen den Mut haben, ein politisches Amt zu übernehmen. „Gerade sensible, hörbereite und nachdenkliche Menschen mit hoher Kompetenz leiden sehr darunter, zum Abfallkübel der Nation gemacht zu werden. Dies gilt für alle Bereiche der Gesellschaft, wo Menschen Verantwortung tragen. Und gerade unter den Johannitern sind viele, die an hervorgehobener Stelle verantwortlich handeln.“ Bedford-Strohm forderte eine „neue Kultur des Hörens, eine Kultur des Redens, die vom Hören lebt.“ Im Anschluss daran hob der Landesbischof hervor, dass dieser Predigttext eine hervorragende Job-Description für die neuen Johanniterritter sei, deren Verpflichtung die untrennbare Verbindung von Gottesliebe und Nächstenliebe sei.

„Die ritterlichen Pflichten sind von Anfang des Johanniterordens an die Bewahrung des Glaubens und die Sorge für die Armen und Kranken. Es ist der Kern des Selbstverständnisses der Johanniter.“ Im zweiten Teil der Predigt beschäftigte sich Bedford-Strohm mit der Menschwerdung Gottes, der kein menschenferner Triumphator sei, sondern im Leid als Heiland den Leidenden vorausgeht. Doch Jesus wurde nach selbst erfahrenem Leid und Tod auferweckt worden in ein Leben, das keinen Schmerz mehr kennt. So dürfen wir am Ostertag rufen: der Herr ist auferstanden. Und deswegen sollten wir für die wunderbare Botschaft des Evangeliums werben und danach handeln. Der Palmsonntag sollte zum Advent für unser ganzes Leben werden.“Der folgende Gemeindegesang, das Adventslied „Macht hoch die Tür“ stellte den vokalen Zusammenhang her. Im weiteren Verlauf des festlichen Gottesdienstes gab es ein Totengedenken, die rituelle Einführung von vier neuen Rittern, deren Segnung mit ihren Familien und die Überreichung der Ehrenritterkreuze. Zum Abschluss feierten die anwesenden Johanniter-Ritter und die Gemeinde das Heilige Abendmahl, das musikalisch gekonnt untermalt wurde (Sopran: Amelia Hansen; Orgel: Angelika Wiederandere).  ni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*