In Zierlettern

Trend: Dekorative Handschrift – Rothenburg knüpft an Traditionen

ROTHENBURG – In der Vergangenheit hatte Rothenburg nicht zuletzt auch einen Ruf als Stadt der Schönschrift. Im Stadtarchiv im früheren Büttelhaus am Markusturm finden sich viele Beweise dafür: historische Dokumente und Urkunden mit reich ausgeschmückten Initialen und meisterlichen Details der Schreibkunst.

Dekorative Zierlettern wohin das Auge reicht: Es gibt jede Menge Fachliteratur und ansprechende Vorschläge.Fotos: RoRot

Aktuell wird wieder verstärkt auf diesen Pfaden gewandelt. Es geht dabei aber nicht etwa nur ums Bewundern dieser Werke oder gar ums Übersetzen der im schönsten Süterlin gehaltenen historischen Schriftstücke.

Vielmehr  scheint sich Rothenburg immer mehr zum Sammelpunkt für jene zu entwickeln, die selbst aktiv werden und ihre Fähigkeiten in dieser ansprechenden Kunst und Fertigkeit erlernen und ausbauen möchten.

Das Schönschreiben liegt wieder ganz im Trend unserer Zeit, in der die Handschrift durch Tastatur und Co. immer mehr zurückgedrängt wird und das Schreiben mit der Hand vielfach zur Ausnahme geworden ist.

Gosbert Stark aus Karlstadt, durch seine jährlichen Aufenthalte beim Verzieren der Weihnachtskugeln mit kunstvoller Signatur im Wohlfahrtschen Weihnachtsdorf im Advent und durch seine Seminarangebote fast schon zum Wahl-Rothenburger geworden, bietet bereits seit etlichen Jahren besonders auch in der Tauberstadt zahlreiche, gerne angenommenen Kurse in Klassischer Kalligraphie an.

In kreativer Familientradition

Dabei geht es allerdings eher um das Erlernen bestimmter Schriftarten, die sehr präzises und konzentriertes „Schreiben“ mit Tusche und Feder erfordern.

Melanie Riedmiller hat sich dem „Lettering“ verschrieben und hält Kurse.

Seine Nichte Melanie Riedmiller, von Beruf Rechtsanwältin, knüpft nun an diese Tradition mit einem richtigen Trend-Thema an und setzt damit die Familientradtion  mit einer etwas anderen Ausrichtung fort: „Hand-Lettering“ war jüngst ein  Wochenend-Kurs der Rothenburger Volkshoschschule überschrieben. Im Zwei-Tages-Workshop ging es dabei für die Anhängerschaft dieses dekorativen Schreibens mit viel Freude ans Gestalten mit dem „Brushpen“ (Pinselstift).

Die Materialien beim Lettering umfassen eine viel breitere Palette als bei der Klassischen Kalligraphie: Angefangen mit Papier der richtigen Stärke, kann in dieser Sparte mit Bleistiften, Finelinern, Filzstiften und Brush-Pens losgelegt werden. Wichtig dabei vor allem eines: kreativ sein.

Vom Erarbeiten des Lettering-Alphabetes, über einzelne Wörter und Sprüche hinaus weiter auf zu kleinen eigenen Projekten. Im Vordergrund der „geletterten“ Botschaft steht nicht nur die Aussage selbst, sondern auch bunte Schmuckelemente, die deren Inhalt noch unterstreichen.

Knapp 20 Teilnehmer konnten so am Ende der zwei kreativen Tage ihre ersten eigenen Werke fertigstellen. Und sich jede Menge Anregungen mit nach Hause nehmen, wo jetzt munter in den Spätfrühling hineingelettert werden kann.                RoRot

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*