Großer Investitionsschritt

Aus der heimischen Wirtschaft: „Reichsküchenmeister“ vorbildlich

ROTHENBURG – Mit einem erneuten Großprojekt ist das Hotel „Reichsküchenmeister“ im Herzen der Rothenburger Altstadt jetzt einen weiteren Schritt in seiner Entwicklung gegangen. Diesmal wurde ein hoher sechsstelliger Betrag aufgewendet, um das Dach zu isolieren und auf der gesamten Fläche neu einzudecken. Außerdem wurden fünf Zimmer samt der Bäder beziehungsweise Duschen im  Haupthaus mit großem Aufwand modernisiert. Die Auffrischung der gesamten Fassade samt der schmückenden Fachwerk-Verzierungen und der kunstvoll geschmiedeten Ausleger macht den Erfolg perfekt bei dieser jüngsten Großinvestition.

Ein umfangreiches Projekt: Das großflächige Dach wurde samt der Erker neu eingedeckt und isoliert. Foto: Weber

„Wir sehen das als wichtige und große Investition in die Zukunft unseres gastronomischen Betriebs,“ betonen Corinna und Christoph Rother, die das gastliche Haus nun in der 5. Generation leiten. 2012 haben sie den „Reichsküchenmeister“ von Barbara und Wolfgang Niedner übernommen, den Eltern von Corinna. Damals ging es um das Großprojekt, mit dem die Küche auf den neuesten und modernsten Stand gebracht worden ist.

Fit gemacht für die weitere Zukunft  

Für ihren Einstand und für das weitere Vorgehen bei den nächsten Investitionsschritten hatten sich Corinna und Christoph Rother damals einen „Schlachtplan“ ausgedacht. Davon ist inzwischen schon „relativ vieles abgearbeitet,“ wie beide mit berechtigtem Stolz feststellen können. Die Weichen sind damit gestellt, um der nächsten Generation in einer noch nicht näher festgelegten Reihe von Jahren, wenn es eben soweit ist,  ein charaktervolles Haus übergeben zu können, das in vieler Hinsicht auf dem neuesten Stand ist.

Zuletzt waren 2016 bei einem größeren Investitionsabschnitt die Fachwerkfassade und mehrere Zimmer im Gästehaus Viktoria gründlich überarbeitet und erneuert worden. Parallel dazu gab es weitere wichtige Schritte: Das Restaurant und die Korkenzieherstube wurden bei dem Projekt umgebaut und das Frühstücks- und Getränkebuffet erweitert.

Isolierung des Dachs ein wichtiger Schritt

„Das Dach war jetzt einfach dran,“ betont Christoph Rother. Im Krieg war das Haus beim Bombenangriff an jenem Ostersamstag 1945 bis zur ersten Etage zerstört worden. Mit gutem Balkenmaterial von der Hautschenmühle der verwandten Familie Eberlein aus Tauberzell wurde danach beim Wiederaufbau bis 1948 speziell der Dachstuhl mit einfachen, aber effektiven Mitteln wiederaufgerichtet. Else Attmanspacher, Urgroßmutter von Corinna Rother, stammt aus dem dortigen Anwesen.

Ansprechendes Flair in den Zimmern: aufgefrischte Bauernmöbel und moderne Bäder.

Eine Isolierung nach heutigen Maßstäben war zu jener Zeit allerdings kein Thema und sie konnte es auch gar nicht sein. Folge: spürbarer Energieverlust in den zurückliegenden Jahren an dieser Schwachstelle. Alte Fotos aus der Nachkriegszeit zeigen, mit welchen Mitteln und mit welchem Material das ehemalige und ausgebombte Café „Toppler“ damals zum Hotel „Reichsküchenmeister“ um- und ausgebaut worden war.

Erneuert worden sind bei dem jüngsten Großprojekt auch die schönen Kassettenfenster im ersten Stock. Zudem ist Hand angelegt worden, um die schönen Schnitzereien im Fachwerk (vor allem der dekorativ verzierten Balken an den Ecken des Gebäudes) mit symbolisierten Eicheln, Sonne und Trauben wieder herauszuarbeiten und neu erstrahlen zu lassen.

Restaurator Günter Heckmann fasste sie farblich frisch beziehungsweise zog neues Blattgold auf. Ein Verfahren, bei dem kleine Partikel auf klebenden Untergrund geblasen werden und dort haften. Neu gestaltet und zum Teil auch neu aufgeteilt worden ist bei dem jüngsten Investitionsabschnitt auch der Zimmertrakt im ersten Stock auf der Nordseite des Haupthauses.

Gestalterische Linie in bewährter Hand

Mit sicherer Hand hat dabei in der farblichen Gestaltung und Innenausstattung Innenarchitektin  Mareile  Hellwig aus Schlesweg-Holstein  die Linie vorgegeben. Sie hat schon bei den letzten neugestalteten Abschnitten beim „Reichsküchenmeister“ mit Rat und Tat Akzente gesetzt. Diesmal ging es – neben den mit schöner Jura-Stein-Oberfläche versehenen und gründlich neugestalteten Bädern – in erster Linie auch um die Auffrischung und teils auch Ergänzung bzw. Verlängerung der meist farblich gefassten Bauernmöbel.

Auch außen hat der „Reichsküchenmeister“ bei diesem jüngsten Investitionsabschnitt ganz erheblich dazugewonnen. Die Balken des Fachwerks kommen jetzt besser zur Geltung, durch kontrastierendes Weiß auf den gemauerten Gefachen. Was diesem Part an der Giebelseite und an der Traufseite neuen Stellenwert verschafft. Der darunter liegende Teil des Gebäudes tritt mit seinem grünem Anstrich etwas zurück und ordnet sich unter.

Bei den Bauarbeiten war es eine Herausforderung, in der engen Heugasse den Kran zu stellen und dort auch mit Abdeckungen zur Seite und nach unten die Arbeiten auf dem Gerüst bei störungsfreiem Zugang zum Hotel zu gewährleisten. Das Ingenieurbüro Stein aus Wachsenberg hat den Umbau in kürzester Zeit geplant und auch in der Bauleitung durchgezogen.

Christian Stein hebt ausdrücklich die kurze Planungszeit bei erst im Februar getroffenem Entschluss hervor. Die Bauherrschaft stehe für schnelle Entscheidungen, betont er, der mit seiner Firma zu langjährigen Kooperationspartnern des „Reichsküchenmeister“ zählt.

„Der allergrößte Teil ist auch diesmal wieder von heimischen Firmen mit bester Qualität erledigt worden,“ betonen Corinna und Christoph Rother. Sie haben allen Grund, sich  über das Ergebnis ihrer jüngsten Großinvestition zu freuen. Interna-tionales Publikum gehört ebenso zu den Gästen wie viele Einheimische, die sich hier wohlfühlen und die gastliche Atmosphäre schätzen.

Der „Reichsküchenmeister“ zeigt, dass wertige Gastronomie in Rothenburg einen Platz hat und dass es sich lohnt, immer wieder gezielt in den Betrieb zu investieren. Nicht zuletzt wird dadurch der Standort Rothenburg nachhaltig gestärkt.           -ww-

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