Friedhofsmauer neben St. Jakob entdeckt

Grabarbeiten fürs Gasnetz führten an altes Zeugnis – Frühere Begräbnisstätte mit eigener Kirche

ROTHENBURG – Kaum wird aufgegraben in der Rothenburger Altstadt, um ein Tiefbauprojekt anzupacken oder voranzutreiben, schon tauchen Spuren und Hinterlassenschaften aus der Geschichte auf. Jüngstes Beispiel: Arbeiten an der Gasleitung und am Gasnetz zu Füßen der Jakobskirche. Dabei sind die Arbeiter auf die Mauer des früheren Friedhofs dort gestoßen.

Wie mit dem Lineal gezogen: Der Graben fürs Gasnetz führt unmittelbar an der alten Friedhofsmauer entlang. Foto: Weber

Archäologen kamen vor Ort und bewerteten den Fund, als beim Einsatz des Baggers besagte Spuren zutage getreten waren. Bevor der  Schlitz im Untergrund nachVerlegen der Leitungen verfüllt und das Pflaster wieder geschlossen werden kann.

Auf dem Kirchplatz um den Ostchor von St. Jakob befand sich bis hinein ins 17. Jahrhundert der zen-trale christliche Friedhof Rothenburgs. Auf der Ostseite stand St. Michael. Das Gotteshaus galt als Kirche mit dem reichsten Schmuck unter allen in der Stadt.  St. Michael fungierte als Beinhaus.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche abgerissen, nachdem sie über 100 Jahre leer gestanden hatte und nicht mehr gebraucht wurde. Der berühmte Heilig-Kreuz-Altar Tilman Riemenschneiders fand in der  Detwanger Kirche St. Peter und Paul, Mutterkirche von St. Jakob, einen würdigen Platz.                   -ww-

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