Pfingsten kann kommen

Überarbeitetes Konzept der Festspieler für 2. Juniwochenende

ROTHENBURG – Einige Veränderungen kündigen sich diesmal für die Pfingstfestspiele an. Das reicht vom Historischen Händler- und Handwerkermarkt über den Kaisersaal und das Standkonzert bis hin zum Großen Heereszug.

Diesmal wird es für die Besucher des Marktes kein Hin und Her zwischen den durch Bretterzaun abgegrenzten Bereichen geben. Durch veränderte Anordnung mit direkter Verbindung der beiden Bereiche Kirchplatz und Grüner Markt werde er sich einheitlicher und homogener als bisher darstellen. Davon geht jedenfalls Alexander Zierer aus, Vorsitzender des Festspiels „Der Meistertrunk“. Für die Gasse dazwischen  gibt es weder Durchfahrtsrecht noch Durchgangsmöglichkeit. Gottesdienst-Besuchern soll jedoch „großzügig Durchgang gewährt werden,“ wie es heißt. Neu hinzukommen wird diesmal ein weiterer Gassen-Abschnitt: der Feuerkessel. Der Mittelaltermarkt „macht sich also ans Rathaus heran“.

Mit Christian Reisch ist ein zusätzlicher Marktmeister bestellt worden. Damit konnte die diesjährige Auflage auf 33 Stände gesteigert werden. Aus der Sicht des Festspiels kündigt sich damit eine interessante Mischung aus  Händlerbuden, Handwerkern und Schankbuden beziehungsweise Tavernen an. Diesmal wird unter anderem ein Scherenschleifer vor Ort sein, der mitgebrachte Scheren, Messer und so weiter schärft. Wer also stumpfe Messer, Scheren und so weiter habe, die auf Vordermann gebracht werden sollen, hier wäre Gelegenheit, so Vorsitzender Zierer.

Vier bis fünf Plätze weniger pro Reihe

Auch im Kaisersaal erwartet die Darsteller und die Zuschauer Neues – nach Abschluss eines weiteren Abschnitts bei den Sanierungsarbeiten. Pro Sitzreihe fallen vier bis fünf Plätze weg. Im hinteren Bereich des Saals,  zur Südseite, ist die frühere kaiserliche Gerichtsschranke eingebaut worden.

Festspielvereins-Vorsitzender A. Zierer.

Vorsitzender Alexander Zierer zeigt sich zufrieden, dass in diesem geschichtsträchigen Ambiente nun nach der erzwungenen Pause wieder die Aufführungen des Historienspiels „Der Meistertrunk“ aus der Feder des Glasermeisters Adam Hörber über die Bühne gehen kann.

138 Jahre nach der Erstaufführung hat der Verein um den Vorsitzenden und eine weiter verbreiterte Führung das nächste große Jubiläum schon ins Visier genommen. 2031 stehen die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Festspiels und des großen Historienzirkels an Pfingsten an.

Beim letzten runden Jubiläum im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaften 2006 zum 125-Jährigen war auf dem Marktplatz eine Riesentribüne aufgebaut und es gab den Meistertrunk in einer aufwendigen Inszenierung unter freiem Himmel zu sehen. Was 2031 an Attraktionen zu erwarten ist? Man wird sehen. Fest steht, dass es jetzt und in den kommenden Jahren darauf ankommt, den Verein finanziell auf einen guten Weg zu bringen und ihn auch dort zu halten.

Durch das gute Festspieljahr 2018 konnte ein erster Schritt getan werden. Aber die Kosten entwickeln sich in bestimmten Bereichen, wie etwa beim Fundus und beim Großen Heereszug mit seinen Riesenanforderungen bei der Pferdebeschaffung, in besorgniserregender Weise. Der Verein hat vor diesem Hintergrund   eine Ausleihgebühr für Kostüme eingeführt (siehe eigener Beitrag auf dieser Seite).

Positiv ist die Entwicklung beim sogenannten Wegegeld, mit dem die Zuschauer ihren Anteil an der Finanzierung des Heereszugs leisten. Auch die Einnahmen durch das Historiengewölbe können sich sehen lassen. Sorgen bereitet die Festwiese mit den weiter zurückgehenden Einnahmen.

Erstmalig findet an Pfingsten 2019 das Platzkonzert des Stadt- und Jugendblasorchesters am Pfingstsamstag ab 13.30 Uhr nicht im Burggarten statt, sondern auf dem Marktplatz. Für die „Frankenjäger“, die lange Jahre vorwegmarschiert sind,  rückt das Stadt- und Jugendblasorchester hinter den Vorsitzenden an die Spitze des Großen Heereszuges.

Für die Pfingstfesttage ist unter Federführung von Maximilian Ohr unter Mitarbeit von Johannes Wirth und Florian Bodendörfer ein Pocketplaner „Pfingsten 2019“ entwickelt und aufgelegt worden. Er enthält alle wichtigen Informationen über den „Meistertrunk“, aber auch über die Museen der Stadt und über die verschiedenen Schauplätze der Festspiele. Er ist in einer Auflage von insgesamt 20 000 Stück gedruckt worden. An allen Vorverkaufsstellen liegt er aus, wird auch an den Kassen mit den Tickets ausgegeben.

Das von zweiter Vorsitzender Barbara Schmid entwickelte Werbekonzept wird weiter ausgebaut. In diesem Jahr dürfen die Festspieler noch großflächiger auf sich und auf ihre Aufführungen aufmerksam machen. Neu ist der Arkadenbanner am Rathaus. Es wird vor Pfingsten montiert. Außerdem soll es am Gerüst des Rathaus-Treppenturms eine Werbefläche geben.

Im Vorverkauf erheblich reduziert

Darüber hinaus ist an der Fußgänger-Brücke beim Hallenbad ein weiterer großer Banner angebracht. Mit leuchtfarbener Fläche lenkt er den Blick auf die Pfingstfestspiele in Rothenburg und ihr Programm. Außerdem wehen Fahnen mit aufgedrucktem Festspielmotiv an zwei Stellen: vor dem Spitaltor und auf dem Köpfenwieslein.

Insgesamt sechsmal wird das Historische Spiel „Der Meistertrunk“ aufgeführt an Pfingsten 2019, einmal am Freitag (ab 19.30 Uhr), je zweimal am Samstag (15 und 17.30 Uhr) und Sonntag (10 und 12.30 Uhr) und einmal am Montag (12.30 Uhr).

An den Verkaufsstellen kann das Festabzeichen, das zum Eintritt in alle Freilichtveranstaltungen berechtigt – vorab vergünstigt für 14 Euro erworben werden. Am Veranstaltungs-Wochenende kostet es 22 Euro. Auf den großen Aufstellern wird für ein Ticket zu Freiluftveranstaltungen an zwei Tagen geworben.  Preis: 10 Euro.

Die Vorverkaufsstellen sind: Reisebüro maro, Gasthof „Ochsen“ (beides Galgengasse), Drogerie Reingruber (Georgengasse),  Waffenkammer (Obere Schmiedgasse), Foto-Galerie (Rödergasse), Lotto-Annahmestelle Zentro und schließlich Musikpoint (Galgengasse).              -ww-

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*