Freie Rothenburger sehen sich auf gutem Weg

Jutta Striffler und Dr. Karl-Heinz Schneider berichten über ein besonders turbulentes Jahr mit Wahlen

ROTHENBURG – „Die Freiheit in der Entscheidung jedes Einzelnen bleibt ein Kennzeichen unserer politischen Tätigkeit“, betonte Fraktionsvorsitzender Dr. Karl-Heinz Schneider in seinem Bericht auf der Jahresversammlung der Freien Rot­henburger Vereinigung. „Aktiv und erfolgreich“ sei man gewesen.

Nach dem Tätigkeitsbericht der Vorsitzenden Jutta Striffler blickte Dr. Schneider auf die kommunalpolitische Arbeit seit der letzten Wahl zurück und sprach von einem turbulenten Jahr. Namentlich erwähnte er das Bürgerbegehren zur Mehrzweckhalle, das umstrittene Ärztehaus und vor allem die Stadtratswahl. Die Fraktionsarbeit werde von gegenseitigem Respekt, Harmonie und Verständnis geprägt. Nach außen werde die Meinung konsequent, wenn auch nicht immer einstimmig vertreten.

Das hänge damit zusammen, dass man sich lediglich dem Gemeinwohl, „zur Loyalität zu unserer Stadt und ihren Bürgern“ verpflichtet fühle. Wo nötig habe man sich mit Kritik an Verwaltungsvorlagen nicht zurückgehalten und manchen Beschlussvorschlag verbessert. Dr. Schneider an die Teilnehmer: „Wenn sie auch nicht immer im nötigen Umfang informiert wurden, so können sie uns glauben, dass wir alle unser Amt mit Sorgfalt und dem nötigen Ernst ausüben”. Nach dem Ausscheiden von Irmgard Mittermeier habe man mit Peter Holstein als Neuzugang im Stadtrat einen guten Griff getan.

Hauptversammlung der Freien Rothenburger Vereinigung in der Glocken-Kelter.  Foto: ek

Hauptversammlung der Freien Rothenburger Vereinigung in der Glocken-Kelter. Foto: ek

Das Ergebnis des Bürgerbegehrens mit grob zwei zu einem Drittel sei ähnlich wie das Abstimmungsverhalten in der Fraktion. Soweit habe sich die FRV „in der Mitte des Meinungsbildes der Rothenburger bewegt”. Der Umplanung und dem Kostenanstieg der Halle habe man zugestimmt, da es sich um eine einmalige Maßnahme handeln solle.

Das grundsätzliche Votum für das Ärztehaus hänge damit zusammen, dass einfach baurechtlich nichts dagegen spreche und eine Ablehnung rechtswidrig wäre. Auch erhoffe man sich natürlich Gewerbesteuereinnahmen. Trotzdem bleibe ungeklärt bei Nachfragen in der Verwaltung, wie man mit der Vorstadt in Mauernähe als Ganzes verfahren wolle. Dr. Schneider fragte: „Welche Bebauung wollen wir zulassen, wie viele Stockwerke, welche Firsthöhen?” In diesem sensiblen Bereich dürfe nicht nur nach Investitionen geschielt werden.

Im Ausblick ging der Fraktionsvorsitzende auf das neue Gewerbegebiet und die Verbindungsstraße ein. Auch bei der Breitbandverkabelung tue sich etwas, was die Ortsteile anbelange. Dauerthema seien die 360 städtischen Wohnungen. Vorbehaltlos unterstütze die FRV einen Fachhochschulstandort Rothenburg. Man müsse „fraktionsübergreifend am Ball bleiben”. Noch wirke der frühere Verlust des Goethe-Institutes schmerzlich nach.

Für die neue Topplerschule und die Kindertagesstätte, die in Fertigstellung sind, habe die FRV bereits in ihrem Wahlprogramm unter „Familie“ votiert. Auch der Tourismus sei angesprochen und man freue sich darüber, dass im Stadtrat ein Umdenken einsetze und die Bedeutung des Tourismus für Handel und Gewerbe erkannt werde. Fachuntersuchungen hätten manchem die Augen geöffnet, denn dies sei nicht immer so anerkannt worden. Die FRV werde auf ihrem bisherigen erfolgreichen Weg weitergehen, schloß Karl-Heinz Schneider seine Rede.

Die 1. Vorsitzende Jutta Striffler hatte die Jahresereignisse Revue passieren lassen. Mit Willi Ott und Karl Korn hat die Vereinigung zwei bedeutende Persönlichkeiten verloren. Das Jahr war geprägt von Wahlversammlungen und unterschiedlichsten Veranstaltungen vom Filmabend über einen Kinder- und Seniorennachmittag bis zur Lesung. Vorstands- und Ausschußsitzungen gehören ebenso dazu wie manch Geselliges. Nicht zu vergessen sind die regelmäßigen Betriebsbesuche, um über die Wirtschaft direkt informiert zu sein. Die Vorsitzende dankte allen Vorstandsmitgliedern sowie den Stadt­ratskollegen für „eine hervorragende Zusammenarbeit“. diba

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