Großes Rothenburg-Geschichtsbuch

Von der Frühzeit bis in die Gegenwart – Beiträge ausgewiesener Experten auf 722 Seiten

ROTHENBURG – Ein wichtiges Werk zur Rothenburger Stadtgeschichte und der des Umlandes ist im Entstehen und wird im November erscheinen. Herausgeber sind Prof. Dr. Horst F. Rupp und Prof. Dr. Karl Borchardt, beide mit Rothenburg und der Stadthistorie eng verbunden. Zahlreiche Autoren bereichern das über 700 Seiten umfassende Werk.

Buchtitel der anstehenden Neuerscheinung.

Buchtitel der anstehenden Neuerscheinung.

Schon lange ist eine umfassende Stadtgeschichte im Gespräch, aber erst jetzt haben sich die richtigen Leute dafür zusammengefunden, um ein solch aufwendiges Vorhaben zu realisieren. Der Band bezieht die ehemalige Landhege als das von der Reichsstadt beherrschte Umland mit ein. Die große Bedeutung der Stadt in ihrer reichsstädtischen Zeit vom 13. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts wird besonders deutlich.

Auf fundierter Grundlage haben über fünfzehn Fachleute die wesentlichen Aspekte der Stadthistorie erarbeitet. Dazu zählt auch noch die Zeit nach dem Ende der Reichsstadtherrlichkeit, also ab 1804. Ein Beitrag von Gabriele Moritz über Krise und Neubeginn im 19. Jahrhundert geht darauf ebenso ein wie zum Beispiel Georg Seiderer, der die Zeit während des deutschen Kaiserreichs (von 1871 bis 1918) näher behandelt. Aber auch Schlaglichter aus neuerer bayerischer Zeit gehören dazu. So nimmt sich Dr. Hellmuth Möhring die Meistertrunk-Geschichte vor. Wie Rothenburg zum Kleinod der deutschen Vergangenheit wurde, beleuchtet Joshua Hagen. Damit sind auch einige Autoren vertreten, die schon früher durch ihre Bücher Wesentliches zur Stadtgeschichte beigetragen haben.

Natürlich werden die diversen politischen Gesichtspunkte mit einbezogen in die Betrachtungen und Dokumentationen. Aber auch die Wirtschaft, die Religion und die Frömmigkeit mit der Bedeutung der Kirchen sind Themen. Hinzu kommen Bildung, Kunst und Achitektur mit den prägenden Zeitepochen der Romanik, Gotik und Renaissance.

Vor- und Frühgeschichte

Der Einstieg erfolgt in der Zeitschiene mit einem Blick von Horst Brehm auf die Vor- und Frühgeschichte in der Landwehr. Prof. Dr. Karl Borchardt, der frühere Leiter des hiesigen Stadtarchivs, widmet sich der Burg und Stadt unter den Staufern, während Dr. phil. Markus Naser sich des Spätmittelalters annimmt. Ebenso wie diese Autoren ist auch Claudia Steffes-Maus von einem Vortrag bei Alt-Rothenburg vielen bekannt – sie geht auf die Geschichte der Juden im späteren Mittelalter ein. Der dreißigjährige Krieg spielt ebenso eine Rolle wie die Frömmigkeit, das Schulwesen und die Bildung der Reichsstadtzeit, ein Thema dessen sich Dr. Horst F. Rupp annimmt.

Blick vom Burggarten auf Detwang wie er sich im 19. Jahrhundert geboten hat.

Blick vom Burggarten auf Detwang wie er sich im 19. Jahrhundert geboten hat.

Kunst und Kulturgeschichte mit der Altstadtarchäologie, die Bauforschung (Gert Mader), die Romanik (Thomas Biller) und die Gotik (Hellmuth Möhring) sind Themen des Buches. Dr. Karl-Heinz Schneider befasst sich mit Renaissance, Barock und Rokoko sowie der Kunstgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. In der jüngsten Vergangenheit darf die gescheiterte Demokratisierung und die Zeit des Nationalsozialismus nicht fehlen, wobei hier Daniel Bauer als Autor seinen Beitrag leistet. Auch die Zerstörung durch die Bomben 1945 und der Wiederaufbau erhalten entsprechende Kapitel. Dr. Richard Schmitt (über Kirchen und Vereine) und Dr. Oliver Gußmann (über die ­Judengemeinde bis zur Vertreibung 1938) zählen zu weiteren Autoren.

Mit 722 Seiten und rund 145 Abbildungen sowie einem Personen- und Orte-Register soll der Band bis November 2015 im Konrad-Theiss-Verlag Darmstadt erscheinen. Stadt, Stadtwerke und Sparkasse fördern die Publikation. Bereits bestellbar ist die „Stadtgeschichte Rothenburg” zum Subskriptionspreis von 31,95 Euro (später 49,95 Euro). Ein vielversprechendes Werk. diba

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*