„Es ist schwieriger geworden“

Politische Situation der FRV im Stadtrat inmitten von SPD, CSU und UR – Arbeit skizziert

ROTHENBURG – Eine lange Reihe an Tagesordnungspunkten hat die Freie Rothenburger Vereinigung in ihrer Jahreshauptversammlung im Hotel „Glocke“ abgehandelt. Neben diversen Berichten standen auch Neuwahlen sowie eine Ehrung auf dem Programm.

 Vorsitzende Jutta Striffler erstattet Bericht.

Vorsitzende Jutta Striffler erstattet Bericht.

In ihren Ausführungen hat die Vorsitzende, Jutta Striffler, vor allem auf das bisherige Jahr zurückgeblickt und chronologisch die Aktivitäten der FRV noch einmal Revue passieren lassen. Mit dem bewährten Programm von Musik und Geschichten bis zu guten Gesprächen und Essen hatte man sich bei der Freien Rothenburger Vereingung auch zuletzt auf die besinnliche Weihnachtszeit eingestimmt. Im April fand dann die erste von insgesamt vier Ausschusssitzungen statt.

„Die Ausschusssitzungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Gruppierung“, sagte die Vorsitzende. In diesen Sitzungen würden öffentliche Stadtratsthemen, die alle unsere Bürgerinnen und Bürger betreffen, mit den Ausschussmitgliedern diskutiert und erörtert. Dabei sei von großem Vorteil, dass sich „unsere Gruppierung durch eine hervorragende Mischung aus Menschen zusammensetzt, die in Handel, Handwerk, Dienstleistung, Gastronomie und Industrie tätig sind“, betonte Jutta Striffler. Gerade diese Meinungen, Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung seien der FRV enorm wichtig und könnten so in die Stadtratsarbeit mit einfließen.

Im Rahmen der jährlichen Betriebsbesichtigungen besuchte man den „Betrieb Klinikum Rothenburg“ und ließ sich vom ärztlichen Dirktor Dr. Wacker über die Wirtschaftlichkeit, die Fusion ANregiomed und über die einzelnen medizinischen Abteilungen informieren. Der ständige Kontakt zu den unterschiedlichsten Betrieben trage dazu bei, dass „wir immer auf dem aktuellsten Stand sind“, stellte Jutta Striffler heraus. Dazu zähle auch der Kontakt zum Arbeitskreis Schule/Wirtschaft. Industrie, Handel, Dienstleistung, Gastronomie sowie Hotelerie und Tourismus seien ein „Wirtschaftskreislauf von unabdingbarem Wert“, äußerte die FRV-Vorsitzende. Es gelte, diesen Wirtschaftsfaktor nicht nur zu erhalten, sondern stetig zu verbessern. „Dies sehen wir auch weiterhin als unsere Aufgabe und unser Ziel für die Zukunft unserer Stadt Rothenburg“, sagte Striffler, schließlich sichere dieser Wirtschaftfaktor gute Steuereinnahmen.

Diese wiederum trügen dazu bei, auch in Bildungseinrichtungen, Kultur- und soziale Einrichtungen investieren zu können. Was die jährlich stattfindende Denkmalbesichtigung betrifft, so hätte die gute Beteiligung zuletzt wieder einmal gezeigt, dass „wir auch hier den richtigen Weg gehen“, ließ Jutta Striffler wissen. Die Besichtigungsobjekte Schäfers- oder St. Wolfgangskirche und Befestigungen am Klingentor seien durch die fundierten Erläuterungen von Dr. Karl-Heinz Schneider für alle Teilnehmer ein Erlebnis gewesen.

Ziele verfolgen

Auch auf den Kindertrödelmarkt sowie das zweite Streuobstwiesenfest kam Striffler zu sprechen. „Ich denke, wir sind eine Gruppierung, die eine Eigenverantwortung leben und vertreten“, fasste die Vorsitzende die Grundsätze der FRV am Ende ihrer Ausführungen zusammen. Den Bericht der Fraktion erstattete Dr. Karl-Heinz Schneider. Die FRV habe nach 2013 zwar die Sitzverteilung im Stadt­rat halten können, aber eine sich aus der Schwächung der SPD und der Stärkung der CSU ergebende stillschweigende „große Koalition“ – ablesbar etwa an der Verteilung der Bürgermeisterposten – mache uns durchaus zu schaffen, sagte Dr. Schneider zu Beginn seiner Ausführungen.

Nun gelte es neue Wege zu finden, um der FRV-Politik den nötigen Nachdruck zu verschaffen. „Unsere Leitschnur war – wie auch bisher – unser Wahlprogramm. Daran haben wir uns ausgerichtet und versucht, die dort niedergelegten Ziele umzusetzen“, betonte er. Wenn das nicht immer gelungen sei, so läge dies nicht an den schwächeren Argumenten der FRV, wohl aber an den geänderten Stimmenverhältnissen im Stadtrat. „Es ist schwieriger geworden, fraktionsübergreifende klare Entscheidungen herbeizuführen und entsprechende Absprachen zu treffen“, sagte Dr. Karl-Heinz Schneider und ging noch auf einige aktuelle Themen ausführlich ein, wie Bildungseinrichtungen (unter anderem neue Topplerschule), Parkraumkonzept, die Baustellen Erlbacher Straße und Paradeisgasse, das Thema Inklusion sowie die jüngst vorgenommene Installation von Beiräten.

Blumenstrauß für Irmgard Mittermeier.  Fotos: Pfänder

Blumenstrauß für Irmgard Mittermeier. Fotos: Pfänder

In der Versammlung gab es Glückwünsche für Irmgard Mittermeier. Auf Antrag der FRV-Fraktion war ihr von Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer kürzlich bei einer Feierstunde in Ansbach die Bayerische Verdienstmedaille für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung in Bronze verliehen worden. Seit über 40 Jahren gehört die Hoteliersfrau der FRV an. Sie war elf Jahre Vorsitzene, 20 Jahre „Vize“ und nach dem Sprung in den Stadtrat zehn Jahre Fraktionsvorsitzende. Das Bürgermeisteramt krönte ihre politische Laufbahn in der Kommunalpolitik. „Die FRV war ein Teil meines Lebens“, blickte die Geehrte kurz zurück.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde die Vorstandschaft im Amt bestätigt. Vorsitzende ist weiterhin Jutta Striffler, unterstützt von den Stellvertretern Friedrich Schmidt und Brigitte Klingler, Kassier Kurt Emmert und Schriftführer Erich Kirchgässner. Hinzu kommt eine Reihe von Ausschussmitgliedern: Waldemar Albrecht, Klaus Beyer, Christian Enz, Hans-Karl Frei, Carmen Hill, Herbert Holzinger, Hedwig Ilgenfritz, Manuela Johrend, Jürgen Klatte, Christoph Schmitt, Uwe Soldner, Albert Thürauf, Annett Wiegner, Johannes Wittmann und Max Zimmer. sis/hap

 

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