Akademiker auf Stippvisite

Hochschul-Konferenz verbindet fachlichen und kulturellen Austausch

ROTHENBURG – Vor lauter Arbeit darf das Vergnügen nicht zu kurz kommen. Und so statteten die Teilnehmer der 1. Internationalen Konferenz an der Hochschule Ansbach nach zweitägiger intensiver fachlicher Auseinandersetzung zur Abrundung ihres Aufenthalts auch der Tauberstadt und Schillingsfürst einen Kurzbesuch ab.

Die überwiegend spanische Besuchergruppe kam Franken in kultureller wie kulinarischer Hinsicht näher. Fotos: Westrich/mes

Die überwiegend spanische Besuchergruppe kam Franken in kultureller wie kulinarischer Hinsicht näher. Fotos: Westrich/mes

Dass das weltbekannte Rothenburg beim Kulturprogramm einer derartigen Veranstaltung unumgänglich ist, versteht sich praktisch von selbst. Doch dass auch Schillingsfürst, dieses Kleinod auf der Frankenhöhe, die überwiegend spanischen Akademiker bei sich begrüßen durfte, ist vor allem Patrick Gröner zu verdanken, der die Konferenz organisierte. Als gebürtiger Schillingsfürster war es dem Wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Hochschule und Doktoranden im Fach Betriebswirtschaft ein besonderes Anliegen, bei dieser Gelegenheit seine Heimat zu zeigen.

Da von den insgesamt 47 Teilnehmern viele – vor allem jene aus Spanien – bereits die Heimreise antreten mussten, machte man sich mit einer relativ kleinen Gruppe von 12 Personen auf den Weg von Ansbach in die Schloss-Stadt. Der im Vorfeld angepriesene einmalige Ausblick auf Schillingsfürst vom Schloss Café aus, blieb den Besuchern aufgrund des dichten Nebels allerdings verwehrt.

Und auch den optischen Reiz des Schlosses wurde man erst gewahr, als man direkt davor stand. Die kompetente Führung durch die fürstlichen Räumlichkeiten entschädigte aber dafür, zumal dabei extra für die Gruppe die vielen spanischen Aspekte des Schlosses in den Vordergrund gerückt wurde. Natürlich ließ es sich auch Bürgermeister Michael Trzybinski nicht nehmen, die Besucher in seiner Stadt zu begrüßen – und er war dabei perfekt auf die wetterbedingten Einschränkungen des Kulturprogramms vorbereitet.

So hatte er verschiedene Bilder mitgebracht, die den Gästen einen nebelfreien Blick auf die baulichen Schätze der Schloss-Stadt gewährten und ihnen ebenso einen Eindruck von den anderen Veranstaltungen wie etwa dem Fürstlichen Weihnachtsmarkt vermittelten. Besonders angetan war man aber auch von der Falknerin, die zusammen mit ihrem gefiederten Kollegen den Fürstlichen Falkenhof vorstellte.

Dr. Barbara Hedderich nimmt einen Schluck aus dem Meistertrunk-Humpen.

Dr. Barbara Hedderich nimmt einen Schluck aus dem Meistertrunk-Humpen.

Das Motto der Konferenz lautete „Business meets Technology“, also Wirtschaft trifft auf Technologie. Letzteres wurde beim Kulturprogramm mit dem Besuch im Brunnenhausmuseum inklusive Ochsentretanlage in Schillingsfürst aufgegriffen. Nicht nur kulturell, sondern auch kulinarisch mit Krapfen, Punsch und fränkischen Spezialitäten wurde den Gästen die Region näher gebracht. Der Nachmittag war anschließend für die Tauberstadt reserviert. Und schon bei der Ankunft konnten sich die Gäste wie waschechte Rothenburger fühlen – dank eines Parkautomaten, der mal wieder den Dienst versagte. Und da Dr. Barbara Hedderich, neben Dr. Michael Walter Vorsitzende der Konferenz, als Wissenschaftlerin stets große Stücke auf Genauigkeit und die korrekte Vorgehensweise hält, machte man sich nicht einfach so aus den Staub.

Stattdessen erläuterte man schriftlich das Problem mit dem Parkautomaten – für jedes der vier Fahrzeuge auf einem eigenen Zettel. Auf dem Weg zum Marktplatz entdeckten die Ortsunkundigen dann eine funktionierende Ticketmaschine und lösten dort die Parkscheine – wodurch weitere Zeit verloren ging. Derweil warteten Oberbürgermeister Walter Hartl und der Kellermeister geduldig im Rathaus auf die Ankunft ihrer Gäste. Das Stadtoberhaupt rekapitulierte die wichtigsten historischen Ereignisse und Entwicklungen der Tauberstadt und leitete anschließend zum Kellermeister über, der – entsprechend der Tradition – die Gäste reihum einen Schluck (oder auch zwei) aus dem Humpen nehmen ließ.

Mit dem Besuch in Rothenburg wurde in gewisser Weise ein Kreis geschlossen, wie Dr. Barbara Hedderich verriet. Denn in einem Café am Marktplatz wurde vor einigen Jahren die Idee für einen Masterstudiengang geboren, der mittlerweile in der spanischen Partneruniversität der Ansbacher Hochschule angeboten wird. Daran schloss sich eine Führung durch das Kriminalmuseum und die Sonderausstellung „Mit dem Schwert oder festem Glauben – Luther und die Hexen“ an. Museumsleiter Dr. Markus Hirte habe sich „sehr viel Mühe“ dabei gegeben, lobte Patrick Gröner. Auch er habe bei seinen informativen Ausführungen Spanien in den Vordergrund gestellt.

Nach einer süßen Stärkung mit Schneeballen und einem kurzen Abstecher in den Burggarten schaute man auch bei der Campus-Baustelle vorbei. Professor Dr. Dominik Kögel, Studiengangsleiter Interkulturelles Management, erklärte den Besuchern vor Ort das Projekt.

„Es war eine gelungene Konferenz“, ziehen die Verantwortlichen Bilanz. Im Laufe der drei Tage konnte man untereinander wichtige Kontakte knüpfen und so eine Grundlage für eine weiterführende Zusammenarbeit schaffen. Es ist momentan angedacht die Konferenz alle zwei Jahre durchzuführen. Das heißt allerdings, dass man erst in vier Jahren wieder Rothenburg und Schillingsfürst ins Kulturprogramm aufnehmen würde, um der nächsten Generation an Doktoranden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Professoren deren Studienort zeigen zu können. mes

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