Modernes Arbeiten mit Hilfe

Für Menschen mit Behinderung

ROTHENBURG – Die Verbindung von Adventsmarkt mit selbstgemachten Produkten und einen einladenden „Tag der offenen Tür“ in der modernen Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Rothenburg lockte die Besucher in Scharen.

Sozialpädagogin Christiane Eisenhuth am Verkaufsstand in der Werkstatt. Fotos: Schäfer

Die Einrichtung der Diakonie Neuendettelsau in der Erlbacher Straße bietet fünfzig interessante Arbeitsplätze durch die Individualisierung in der Fertigung. Die Schneiderei hat sich zur Textilwerkstatt entwickelt, in der Stoffe oder Einzelteile verarbeitet und vielfältig gestaltet werden durch die Verknüpfung der drei Bereiche Nähen, Druck und Stickerei. High-Tech-Maschinen schaffen breit gefächerte Möglichkeiten, eine hochwertige und aufwändige Stickerei mit dem günstigeren Druck zu kombinieren. Etwa wenn ein gedrucktes Firmenlogo mit einem gestickten Namen ergänzt wird. Durch gestickte Schriften auf gedruckten Bildern entstehen 3-D-Effekte. Vorlagen in verschiedenen Formen und Größen werden am Computer je nach Material und Farbe bearbeitet. Die Stoffe werden in einer speziellen Maschine behandelt, um die bestmögliche Farbintensität zu erreichen. Nach dem Druck kommen die Textilien in die Fixierpresse. Vom Einzelstück bis zur Serienfertigung  kann die Werkstatt alles realisieren.
Geleitet wird die Textilwerkstatt von Stefanie Zeisel. Seit einem knappen Jahr arbeitet die Sozialpädagogin  in Rothenburg. Sie hat in Würzburg studiert und dann zunächst mit Flüchtlingen gearbeitet. Jetzt unterstützt sie Menschen mit Behinderung  in der beruflichen Qualifikation.

Sozialpädagogin Stefanie Zeisel leitet die moderneTextilwerkstatt.

Der  Betrieb in der Erlbacher Straße ist in die Bereiche Eigenfertigung, Berufsbildungsbereich und Lasertechnik gegliedert. Michael Wagner vermittelt das technische Know-how. Der gelernte Industriemechaniker kommt aus der Nähe von Obernzenn und betreut die fachliche Umsetzung der Abläufe. Aktuell wickelt die Werkstatt Aufträge für die Industrie ab. Durch Montagearbeiten komplettieren die Beschäftigten Infusionsständer. Ein anderes Team fügt Teile für Lagereinrichtungssysteme zusammen. Dies bedeutet Genauigkeit und Präzision in Kombination mit einem aufwändigen Prüf- und Messverfahren, um eine hohe Qualität sicherzustellen. Für ein Gesundheitszubehör-Unternehmen fertigt die Werkstatt Wärmekissen mit Kernfüllung, die dann in Naturläden zum Verkauf angeboten werden.

Für den Adventsmarkt stellten die Beschäftigten der Werkstatt ein Angebot für die Weihnachtsdekoration her: Gestecke, Kränze, Baumschmuck, Sterne, ausgestanzte Bretter, Geschenkartikel aus Holz und Edelstahl, Stofftaschen, Turnbeutel, Kissen, T-Shirts, Gläser und Christbaumkugeln mit persönlichem Schriftzug, die sich mit ihrer Individualität von Massenware abheben. Das Holz für die Objekte hat das Green-Team der Garten- und Landschaftspflege eingeschlagen und zur Weiterverarbeitung aufbereitet. Für die musikalische Note sorgte der Posaunenchor Bettenfeld mit Advents- und Weihnachtsliedern. Es waren auch Handwerkerinnen und Künstlerinnen zur Bereicherung des Adventsmarktes eingeladen. Marion Täufer konnte man beim Entflechten von Schafwolle zusehen. Roswitha Stark spann Rohwolle am Spinnrad.  Ina Korn präsentierte ihre selbstgefertigten Schmuck-Unikate mit Perlen und bunten Knöpfen. Claudia Schneider beherrscht die Vielfalt der Serviettentechnik, mit der sie weihnachtliche Motive gestaltet.
Über das Netzwerk Facebook, den Videokanal Youtube und regionale Anzeigen hat die Werkstatt um Besucher geworben – mit Erfolg wie die Resonanz zeigt. Mit Matthias Rex hat man  auch eine Fachkraft im Bereich Rundfunk und Fernsehen für eine Videoproduktion engagiert, um die modernen und hochwertigen Arbeitsplätze, die auf den individuellen Hilfebedarf zugeschnitten sind, professionell herauszustellen. sis

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