Gute Nerven waren vonnöten

Die Pläne für die Entwicklung des Dombühler Bahnhofs nehmen konkrete Gestalt an

DOMBÜHL – Heuer jährt sich zum ersten Mal die Eröffnung des S-Bahn-Haltepunkts in Dombühl. Die Gemeinde hat bereits große Pläne für das Gelände. Zunächst ist man aber froh, dass nun endlich die Aufzüge funktionieren.

Ein starker Kontrast: Die neuen Aufzüge neben dem leerstehenden Bahnhofsgebäude

Es hat fast ein ganzes Jahr gedauert. Erst seit November können Reisende die Aufzüge zum Bahnsteig in Dombühl benutzen. Bei der feierlichen Eröffnung 2017 fehlten die Aufzüge noch, der Einbau war erst für März 2018 geplant. Doch auch nach dem Einbau konnten die Fahrgäste den Bahnsteig immer noch nicht über die Aufzüge erreichen. Zuerst war es ein Problem mit der Betriebssoftware der Aufzüge, dessen Behebung wochenlang dauerte. Danach war es ein Kabel, das umverlegt werden musste. Das dauerte auch wieder einige Zeit.

Während die Probleme behoben wurden, war der Bahnsteig nicht barrierefrei zugänglich, was man in der heutigen Zeit  nur als Zumutung für Rollstuhlfahrer bezeichnen kann. Aber auch Reisende mit Kinderwägen oder großem Gepäck stellte der erzwungene Weg über die Treppe vor Probleme. Nach langem Hin und Her erhielt Bürgermeister Jürgen Geier Anfang November die Nachricht von der zuständigen Firma, alle Mängel wären behoben. Am 12. November konnte dann endlich die Aufzugsanlage in Betrieb genommen werden. Der Bürgermeister zeigt sich erleichtert, dass der Bahnsteig nun für jeden ohne weitere Unannehmlichkeiten erreichbar ist.
Nachdem das Problem mit den Aufzügen behoben ist, will sich Geier auf ein anderes Projekt in Sachen Bahnhof konzentrieren. Denn schon zur Eröffnung hatte er angekündigt, das Bahnhofsgebäude und das umliegende Areal neu gestalten zu wollen. Doch seit der Eröffnung ist nun ein Jahr vergangen und das Bahnhofsgebäude steht weiterhin trostlos da.
Bürgermeister Geiers Plan ist der Umbau und eine neue Nutzung des Gebäudes. Im Erdgeschoss ist ein Dorfladen mit Café geplant, im ersten Stock soll eine Allgemeinarztpraxis entstehen und ganz oben soll das Rathaus einziehen. Um für den Laden mehr Platz zu schaffen, soll ein Anbau an der Ecke zu den Parkplätzen entstehen.
Langwieriger Prozess

Endlich scheinen sie zu funktionieren, die Aufzüge zum Bahnsteig der S-Bahn Fotos: hwf

Obwohl das Bahnhofsgebäude schon seit 2015 im Besitz der Gemeinde ist, gestaltete sich der Planungsprozess laut Geier als langwierig. Was aber auch ersichtlich ist, da im Erdgeschoss des Gebäudes noch Technik für den Bahnbetrieb untergebracht ist und deshalb zuerst Gespräche mit verschiedenen Ämtern nötig waren.

Der Bürgermeister hält aber nach wie vor an seinen Plänen für das Gebäude fest und visiert das Frühjahr 2019 als Baubeginn an. Die Kostenberechnung veranschlagt 1.157.000 Euro für das Projekt, wobei man 200000 Euro Förderung vom Amt für ländliche Entwicklung für die Einrichtung des Dorfladens erhält. Es wird sich zeigen, inwiefern man den Zeitplan einhalten kann, oder ob es zu Zwischenfällen wie bei der Inbetriebnahme der Aufzüge kommt.
Geiers Ziel ist es, „einen neuen Lebensmittelpunkt in Dombühl“ zu schaffen und möchte der Bedeutung des Bahnhofs als „Eingangstor“ in die Gemeinde gerecht werden. Der Dorfladen und die Arztpraxis könnten dazu beitragen. Für die Infrastruktur der Gemeinde wären sie hilfreich. Der Rathauschef ist weiter optimistisch, seine Pläne umzusetzen. Konkretes kann er aber noch nicht vorweisen.
Auch in Sachen Parkplätzen steckt vieles noch in der Planung. Die Rede ist von 90 Parkplätzen zu den 52 bereits gebauten „Park and Ride“-Parkplätzen. Es sollen auch noch überdachte Abstellplätze für Fahrräder und vier Bushaltestellen hinzukommen. Bei den bereits gebauten Parkplätzen beliefen sich die Gesamtkosten  auf 225000 Euro, wobei 117260 Euro von Fördermitteln stammten.
Die geplanten Stellplätze und Bushaltestellen sollen 2020/2021 errichtet werden. Hier liegt die Kostenschätzung bei 650000 Euro. Es wird mit Fördermitteln in Höhe von 500000 Euro gerechnet. Zugesagt wurden bisher 428990 Euro – und damit deutlich weniger. Man wird sehen, wie es weiter läuft. Gut Ding will Weile haben. Und diese Erfahrung hat der Dombühler Bürgermeister bekanntlich schon mit den Aufzügen gemacht.     hwf

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