Professionelle Bewirtschaftung

Die Zuständigkeiten bei Verwaltung und Vermietung von städtischen Liegenschaften

ROTHENBURG – An den Namen der neuen städtischen Immobilienmanagerin muss man sich erst noch gewöhnen: Nadja Zastricznyj. Die geprüfte Immobilienfachwirtin ist Teil eines Teams, welches dem Stadtbauamt zugeordnet ist.

Andreas Singer (li), Nadja Zastricznyj und Michael Knappe beim Pressegespräch. Foto: sis

Die professionelle Bewirtschaftung und Verwaltung der städtischen Immobilien einschließlich Vermietung der Veranstaltungsräume ist ein schwieriges Geschäft. Die Herausforerung besteht darin, zwischen unterschiedlichen Interessenlagen zu vermitteln und gleichsam zwischen den Stühlen zu sitzen. Aufgrund der Komplexität wurden die auszuführenden Aufgaben aufgeteilt, sind in der praktischen Umsetzung aber fließend. Die Neuausrichtung des Sachgebiets soll zur effektiven und rentablen Bewirtschaftung der zugeordneten Immobilien beitragen.

Sachgebietsleiterin Brigitte Kreiselmeier hat langjährige Erfahrung mit der Liegenschaftsverwaltung. Nadja Bohmann ist schwerpunktmäßig mit dem Bereich Mieten und Pachten betraut, Reiner Schalk mit dem Bauunterhalt der städtischen Mietgebäude. Nadja Zastricznyj kümmert sich vorrangig um die Vermietung der Veranstaltungsräume Reichsstadthalle, Mehrzweckhalle, Musiksaal und Rathausgewölbe. Der Stadtrat hat großes wirtschaftliches Interesse an den städtischen Liegenschaften im Hinblick auf Kosten, Nutzen und Qualität. Mit der neuen Mehrzweckhalle  wurden zusätzliche räumliche Kapazitäten geschaffen. Die neue Halle bietet Platz für bis zu 1300 Besucher. Der Sportkomplex ist mit Faltwänden in drei Teile abtrennbar beziehungsweise als großes Spielfeld nutzbar. Die ausfahrbare Tribüne kann bis zu 400 Personen aufnehmen. Eine sechs mal zehn Meter große mobile Bühne kann für Konzerte, Tagungen, Vorführungen und Präsentationen aufgebaut werden. Für Getränke und kleinere Speisen steht eine modern ausgestattete Küche bereit, die vom Veranstalter nach seinen Anforderungen betrieben werden kann. Das Foyer eignet sich zusätzlich als Veranstaltungsort für etwa 150 Personen.
Die altehrwürdige Reichsstadthalle bietet etwa 550 Sitzplätze bei Reihenbestuhlung  und 200 Plätze bei parlamentarischer Anordnung. Bei der Hallennutzung ist man allerdings an den Catering-Lieferanten Wörle gebunden, mit dem die Stadt eine vertragliche Vereinbarung hat. Die Nutzung des Musiksaals soll eventuell zeitlich gestaffelt werden, um Gruppen und Vereinen entgegenzukommen, die den Raum mit den festen Stuhlreihen für rund 120 Personen vielleicht nur für zwei Stunden benötigen.
Die Erfahrung zeigt, dass die Reichsstadthalle durchschnittlich für 480 bis 600 Euro angemietet wird, bei der neuen Mehrweckhalle liegt der Schnitt bei rund 1200 Euro und damit deutlich höher. Es gibt feste Kostensätze, die der Stadtrat festgelegt hat. Hinzu kommen dann noch die Aufwendungen für Heizung, Wasser-, und Stromverbrauch, Müllentsorygung, Hausmeistertätigkeiten oder weiteren Dienstleistungsservice. In aller Regel wird auch eine Mietkaution verlangt.
Beliebt ist sowohl die Reichsstadthalle als auch die neue Mehrzweckhalle für türkische Hochzeiten, die sich einer starken Nachfrage in Rothenburg erfreuen. Seit über vierzig Jahren hält der Kongress der Traditionellen Chinesischen Medizin mit über tausend Teilnehmern der Stadt die Treue. Der Veranstalter nutzt die Räumlichkeiten unterschiedlicher Größe und Ausstattung, die mit Reichsstadthalle, Wildbad und Mehrweckhalle zur Auswahl stehen und fußläufig gut erreichbar sind.
Ein professionelles Immobilienmanagement weckt Begehrlichkeiten in bezug auf Gewinnerzielung. Man müsse sich aber auch an der Realität und faktischen Gegebenheiten orientieren, machten Stadtbaudirektor Michael Knappe, sein Stellvertreter Andreas Singer, der vom Stadtbauamt Ochsenfurt nach Rothenburg gewechselt ist, und Nadja Zastricznyj im Gespräch mit der Redaktion deutlich. Wenn die Hallenmieten zu hoch angesetzt würden, springe womöglich die Kundschaft ab, so die einhellige Meinung.
Das Sachgebiet Zentrales Immobilienmanagement wurde bereits vor zwei Jahren neu strukturiert zusammengefasst. Der zuletzt für die Hallenvermietung zuständige Mitarbeiter war von seinem beruflichen Werdegang hochqualifiziert, ließ aber Schwachstellen bei der praktischen Umsetzung erkennen. Als sein befristeter Arbeitsvertrag auslief, sah die Stadt als Arbeitgeber davon ab, das Arbeitsverhältnis zu verlängern. Die mittlerweile in einem Pool beschäftigten städtischen Hausmeister haben die Betreuung der Objekte übernommen. Neu hinzugekommen ist der Hochschul-Campus. „Die örtlichen Zuständigkeiten sind jetzt besser geregelt“, wird betont. sis

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