Als Agrarexperte einiges bewegt

Horst Angermüller gestorben – Von 1970 bis 1984 Chef des Rothenburger Landwirtschaftsamtes

ROTHENBURG – Er gehörte zu den Persönlichkeiten, die das öffentliche Leben in Rothenburg und Umgebung als kompetenter Ansprechpartner der Landwirtschaft, als umsichtiger Behördenleiter und als Mann mit dem Herz auf dem richtigen Fleck über Jahre vor und nach der Gebietsreform geprägt hat: Horst Angermüller. Kurz vor seinem 90. Geburtstag ist jetzt sein arbeitsreiches und erfülltes Leben zu Ende gegangen.

Horst Angermüller. Foto: privat

Es war Liebe auf den ersten Blick, die den Weg des in Meschenbach bei Coburg gebürtigen Oberfranken ganz wesentlich mitbestimmt hatte. Bei einem Ball in der Tauberstadt lernte der in Weihenstephan ausgebildete Diplom-Agraringenieur seine spätere Frau Elfriede (geborene Groß) kennen. Drei Jahre später heirateten sie und er konnte – nach einer ersten beruflichen Station am Landwirtschaftsamt Straubing – in Rothenburg Privates und Berufliches zusammenführen. Die ersehnte Versetzung ans Landwirtschaftsamt der Tauberstadt war ganz wesentlicher Punkt dabei. Nach einer Zwischenstation bei der Regierung von Mittelfranken wurde er zum Chef des damals noch in der Ansbacher Straße beheimateten Rothenburger Landwirtschaftsamtes ernannt, engagierte sich bald auch an Heilig Geist, wo er als Mitglied des Kirchenvorstands mitgestaltete. Eine Berufung zum Leiter der heutigen Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf lehnte der stark in die bäuerliche Beratung eingebundene und abends oft auf Versammlungen gefragte Agrarfachmann aus Rücksicht auf seine Familie ab. Dagegen nahm er gern andere Sprossen der Karriereleiter, die sich boten. So wurde er in nächsten Stationen Chef des Amtes für Landwirtschaft und Bodenkultur in Ansbach und später Abteilungsdirektor bei der Regierung von Mittelfranken. In seinem Ruhestand widmete sich Horst Angermüller besonders dem Garten ums eigene Haus in der Scharffstraße. Er freute sich an der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau, am beruflichen und privaten Glück seiner Tochter Sigrid und seines Sohnes Frank sowie an seinen Enkelkindern Simon und Laura. Es war für ihn Ausgleich für private Entbehrungen in der Zeit der beruflichen Beanspruchung und vor allem auch für die Schrecken, die er noch in seiner Jugendzeit als Soldat zum Ausklang des Zweiten Weltkriegs am eigenen Leib miterleben musste. In den letzten Wochen wurde er eingezogen und zur Partisanenbekämpfung ins Gebiet von Tschechien entsandt. Zum Glück gelang ihm damals die unversehrte Heimkehr zum elterlichen Hof. Am vergangenen Wochenende wurde Horst Angermüller auf dem Rothenburger Friedhof zu Grabe getragen, nur Wochen nach seiner geliebten Frau. Beiden war ein langer gemeinsamer Lebensweg vergönnt, der nun fast zeitgleich zu Ende gegangen ist. -ww-

 

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