Um die Muswiese

Reubacher Sommertheater mit einem großen Stück Heimat

REUBACH –  Wenn das kleine Reubach unter freiem Himmel seinen Theatersommer feiert, ist es ganz groß. Nicht nur, weil dann, wie auch diesmal, sage und schreibe rund 100 von seinen insgesamt 500 Einwohnern in irgend einer Funktion eingebunden sind und hier an einem Strang ziehen, egal ob vor, hinter oder auf der Bühne.

Vollversammlung auf der Bühne: Das Ermittlerduo (Dritter und Vierte von links) bei der Arbeit. Foto: Weber

Diesmal hatte die Spielzeit im „Reubacher Sommertheater“ mit ihren insgesamt sechs Aufführungen noch zusätzlichen Charme und Reiz. Mit „Muswiese“ kam im 27. Jahr ein Stoff auf der Bühne, dem sich sowohl die Darsteller als auch die Zuschauer in ganz besonderer Weise verbunden  fühlen durften.

Jener Jahrmarkt im nur wenige Kilometer entfernten Musdorf zählt schließlich zu den ganz großen Publikumsmagneten und Identifikationspunkten im Hohenlohischen, und zwar grenzübergreifend. „Sou, bisch a a weng doa?“ So begrüßt man sich eben vielfach, wenn man sich auf der Muswiese trifft. Die mundartliche Wendung ist Kult, wie der gesamte Jahrmarkt mit seinen vielen tausend Besuchern.

Die Hohenloherin Wildis Streng,  im Hauptberuf Gymnasiallehrerin in Crailsheim, hat sich mit ihren Heimat-Krimis einen Namen gemacht. Ihr jüngstes Werk: „Mord auf der Muswiese“. Für Reubach hat sie aus ihrem schriftdeutschen Original eine mundartliche Bühnenfassung gemacht, mit besagter Begrüßungsformel im Untertitel.

Bei unserem Abstecher im kleinen Sommertheater auf der anderen Seite der Landesgrenze ist sie besonders unter den Zuschauern begrüßt worden. Im Gespräch mit unserer Redaktion zeigt sie sich recht angetan von dem, was die Reubacher Riege unter Regisseur Florian Brand aus ihrer Vorlage gemacht hat und ist erfreut über die Leistung des 17-köpfigen Darstellerensembles, darunter immerhin 8 Neulinge.

Schade nur, dass Wirtin Erika Böckler (Uli Stradinger) so früh ausscheidet, weil sie Opfer jenes Mords auf der Muswiese wird. Sie ist die schillernde Figur des Stücks und ihre Darstellerin weiß die Bühne für sich einzunehmen.                     -ww-

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