„Dreifachsporthalle absolut notwendig“

Die FRV sieht sich für neue Aufgaben gut gerüstet

ROTHENBURG – Die Freie Rothenburger Vereinigung (FRV), drittstärkste politische Kraft im Rathaus nach SPD und CSU, hat bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend in der „Glocke“ die Vorstandschaft einstimmig wiedergewählt und als erste Gruppierung ihre Kandidaten für die Stadtratswahl im März nächsten Jahres vorgestellt.

Die bisherigen Stadträte Jutta Striffler, Brigitte Klingler, Dr. Karl-Heinz Schneider und Hans-Peter Nitt kandidieren wieder. Eine große Lücke entsteht durch das Ausscheiden von Irmgard Mittermeier, seit über vierzig Jahren in der FRV aktiv, in den letzten zwölf Jahren als Stellvertreterin des Bürgermeisters sowie als langjährige Stadträtin und frühere FRV-Vorsitzende. Mit ihrem freiwilligen Rückzug will sie die Verantwortung in jüngere Hände legen.

Unter den 24 Stadtratskandidaten sind neben den vier Stadträten, die erneut zur Wahl antreten, weitere FRV-Amtsträger wie die Vorstandsmitglieder Kurt Emmert, Erich Kirchgäßner und Friedrich Schmidt sowie eine ganze Reihe bekannter Gesichter, die sich seit vielen Jahren für die FRV engagieren und schon zum zweiten- oder drittenmal auf der Stadtratsliste kandidieren. Auch neue Mitglieder konnte die FRV für eine Kandidatur gewinnen: vom 71-jährigen Rentner, der sich seit seinem Zuzug vor vier Jahren für die Stadt engagiert, bis zu jungen Rothenburger Geschäftsleuten im Alter von 28 und 32 Jahren. Die Kandidatenliste umfasst aktive Ruheständler, Angestellte und Selbstständige etwa als Landwirt, Kirchenmusiker, Rechtsanwalt, Zahn­tech­niker, Bergbauingenieur, Gastronom, Berufsbildungsbegleiterin und Ernährungsfachfrau. Die Reihenfolge der Listenplätze wird noch festgelegt.

Die Führungsspitze um die Vorsitzende Jutta Striffler (Mitte) wurde wiedergewählt. Fotos: Schäfer

Die Führungsspitze um die Vorsitzende Jutta Striffler (Mitte) wurde wiedergewählt. Fotos: Schäfer

Zum Auftakt der Mitgliederversammlung hielt die Vorsitzende Rückschau und erinnerte an den Firmenbesuch bei Neuberger und Leyk, die Denkmalbesichtigung der Spitalbastei, Gesprächs­run­den, Informationsaustausch mit Vertretern sozialer Einrichtungen und Vereinen, Handel, Handwerk und Wirtschaft. Gepflegt wird auch die Tradition Kindertrödelmarkt und Weihnachtsfeier.

In den Ausschusssitzungen wurde eine längere Diskussionszeit eingeführt. „Es ist gerade für unsere Stadt­räte wichtig, die Meinungen und Ideen aus der Bevölkerung in unser Meinungsbild mit einzubeziehen und an den Stadtrat weiterzugeben und zu vertreten“. Jutta Striffler bedankte sich bei Vorstand, Ausschuss und den Stadtratskollegen für die Unterstützung sowie bei den Mitgliedern für die Treue zur FRV. Ein dickes Lob erhielten Albert Thürauf, Uwe Soldner und Stefan Brinkmann für die Pflege der fünftausend Quadratmeter großen Streuobstwiese.

Angesichts der Stadtratskandidaten-Vorstellung hielt sich der FRV-Fraktionsvorsitzende Dr. Karl-Heinz Schneider mit seinen Ausführungen zur Stadtratsarbeit kurz. Zum Kita-Ausbau sagte er: „Mittlerweile wurde der zunächst als absolut notwendig bezeichnete 4-zügige Bedarf um eine Gruppe abgestuft. So können die Kosten zumindest um einen Teil abgesenkt werden.“ Der hierfür erforderliche Nachtragshaushalt soll in den nächsten Wochen aufgestellt werden. „Wegen der Dringlichkeit der Einleitung des Bauvorhabens und des drohenden Verlusts möglicher Zuschüsse haben wir der Entscheidung zugestimmt“. Zur beschlossenen Umnutzung des leerstehenden Spitalgebäudes zu einem Schülerwohnheim für die Berufsschule wies der Fraktionsvorsitzende und Interims-Vorsitzende von Alt-Rothenburg auf die wertvolle historische Bausubstanz des Gebäudes hin.

„Nach der Zerstörung des Rathauses und des Gymnasiums im letzten Krieg, handelt es sich beim Spitalbau um den einzigen noch verbliebenen Kommunalbau des 16. Jahrhunderts, der vor allem im erhaltenen Innern Zeugnis von der großen Handwerkskunst in diesem Zeitabschnitt ablegt, so Dr. Karl-Heinz Schneider. „Leider fehlt in dieser Stadt, wie so oft, auch hier die notwendige Grundlagenforschung zur Baugeschichte“. Man werde wegen dieses Aspekts ein besonderes Augenmerk auf den Fortgang und die Planung an diesem Bau richten.

Was den kommunalen Gewerbepark Endsee anbelangt, freue man sich über eine Betriebserweiterung und zwei neue Betriebsansiedlungen. „Gerne hätten wir diese Betriebe auch auf einem neuen Rothenburger Gewerbegebiet willkommen geheißen. Leider haben sich wegen der sinnvollerweise angedachten Verlegung der Gemeindestraße zwischen Neusitz und Gebsattel ungeahnte Schwierigkeiten ergeben“. Für kommende Woche sei eine neue Sitzung einer gemischten Arbeitsgruppe angesetzt, an der wir teilnehmen. Wir hoffen auf das Beste“.

Zum Brauhausgelände könne er wegen der Nichtöffentlichkeit und der damit verbundenen Verschwiegenheitspflicht nur soviel sagen, „dass wir mit den von der Verwaltung vorgeschlagenen Angebotsmodalitäten einstimmig nicht einverstanden waren und deshalb auch geschlossen mit Nein votierten“. Trotzdem hoffe die FRV-Fraktion auf einen guten Ausgang der Sache. Der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens habe seine Fraktion geschlossen zugestimmt.

Die geplante Mehrzweckhalle nannte er „die schwierigste Entscheidung in diesem Jahr“. Die Jugendförderung lag der FRV schon immer am Herzen, deshalb sei es „absolut notwendig, eine Dreifach-Sporthalle zu errichten“. Über den Mehrzwecknutzen und die Außengestaltung werde noch im Stadtrat entschieden. Ein lang gehegter Wunsch der FRV, dass die städtischen Gebäude nach einer umfassenden Sanierung noch in diesem Jahr in neuem Glanz erstrahlen, „geht nun in Erfüllung“, freute sich der Fraktionsvorsitzende Als notwendige innerstädtische Strukturverbesserungsmaßnahme plädiert die Fraktion dafür, „die Barrierefreiheit für Ältere und Behinderte zügig voranzutreiben“.

Die FRV-Stadtratskandidaten

Die Namen in alphabetischer Reihenfolge, denn die Listenplätze werden erst noch vergeben: Waldemar Albrecht, Klaus Beyer, Kurt Emmert, Christian Enz, Peter Holstein, Werner Holzberger, Herbert Holzinger, Manuela Johrend, Erich Kirchgäßner, Jürgen Klatte, Brigitte Klingler, Claus Lichtinger, Jürgen Neis, Hans-Peter Nitt, Irmgard Scharnagl-Haase, Friedrich Schmidt, Christoph Schmitt, Dr. Karl-Heinz Schneider, Uwe Soldner, Jutta Striffler, Albert Thürauf, Susanne Treuheit, Annett Wiegner, Johannes Wittmann. sis

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